Selenskyj enthüllt Details zum „Flamingo“-Angriff: Alle Raketen trafen die Iskander-Fabrik in 1.400 km Tiefe

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstag erstmals detailliert über einen spektakulären ukrainischen Langstreckenangriff gesprochen.

Selenskyj enthüllt Details zum „Flamingo“-Angriff: Alle Raketen trafen die Iskander-Fabrik in 1.400 km Tiefe
Foto: UNIAN-Telegram

Kyjiw – Die neuen Marschflugkörper „Flamingo“ haben ein zentrales russisches Rüstungswerk in Udmurtien tief im Hinterland getroffen und eine Schlüsselwerkstatt für die Produktion ballistischer Raketen vom Typ Iskander und Oreschnik außer Gefecht gesetzt.

In einer Videoansprache lobte Selenskyj den Einsatz als „echten Erfolg für unsere Industrie“. Besonders hob er hervor: „Alle Raketen, die gestartet wurden, sind bis zum Objekt geflogen. Das ist der größte Erfolg. Wir sprechen von hoher Qualität, einer gut durchgeführten Operation und Präzision. Ich bin dafür sehr dankbar.“

Der ukrainische Präsident räumte ein, dass die russische Luftabwehr einige der anfliegenden Raketen abgeschossen habe, andere jedoch nicht. Dennoch hätten „klare Treffer“ die Produktionshalle im Votkinski Sawod (Votkinsk-Werk) zerstört. Der Angriff erfolgte über eine Distanz von 1.400 Kilometern – ein neuer Beleg für die Reichweite und Treffsicherheit der heimischen „Flamingo“-Rakete.

Die „Flamingo“ wird von der ukrainischen Firma Fire Point entwickelt und produziert. Selenskyj kündigte an, die Serienfertigung deutlich hochzufahren: „Es hängt von Geld und einigen Komponenten ab. Je mehr wir haben, desto mehr erfolgreiche Schläge wird es geben.“

Russische Stellen haben bislang weder den Angriff noch Schäden offiziell bestätigt. Nach ukrainischen Angaben versuchen russische Geheimdienste bereits intensiv, die Produktionsstätten der „Flamingo“ in der Ukraine aufzuspüren und zu sabotieren.

Der Schlag auf das Votkinsk-Werk gilt als schwerer Rückschlag für den russischen Raketen-Nachschub. Dort werden nicht nur Iskander-Systeme, sondern auch die neuere Oreschnik-Rakete montiert, die Moskau zuletzt verstärkt im Krieg gegen die Ukraine einsetzt.

Selenskyj betonte, dass trotz russischer Angriffe auf ukrainische Produktionsanlagen die Qualität und Zuverlässigkeit der eigenen Waffen weiter steige. „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so der Präsident.

Der Vorfall unterstreicht die wachsende Fähigkeit der Ukraine, auch weit hinter der Front präzise und wirkungsvolle Schläge gegen die russische Rüstungsindustrie zu führen – ein Faktor, der in den kommenden Monaten entscheidend für den Verlauf des Krieges werden könnte.