Schulterschluss gegen „moderne Risiken“: China und Russland vertiefen ihre Allianz

Während der Westen versucht, Moskau zu isolieren, demonstriert Peking das Gegenteil.

Schulterschluss gegen „moderne Risiken“: China und Russland vertiefen ihre Allianz
Foto: Dominic Kurniawan Suryaputra / Unsplash

In einer deutlichen Botschaft hat der chinesische Verteidigungsminister seinem russischen Kollegen eine noch engere strategische Zusammenarbeit angeboten. Das Ziel: Gemeinsam den „Herausforderungen der Zeit“ begegnen.

​Die Rhetorik aus Peking ist gewohnt diplomatisch verpackt, doch die Botschaft ist unmissverständlich. Wie die französische Zeitung Le Monde unter Berufung auf offizielle Quellen berichtet, haben sich der chinesische Verteidigungsminister Dong Jun und sein russischer Amtskollege Andrej Beloussow in einer Videokonferenz ausgetauscht. Das Ergebnis: Ein klares Bekenntnis zur Vertiefung der Partnerschaft.

​„Mechanismen des Austauschs perfektionieren“

​„China ist bereit, mit Russland zusammenzuarbeiten, um die strategische Koordination zu stärken, die Zusammenarbeit zu bereichern und die Mechanismen des Austauschs zu perfektionieren“, erklärte Dong Jun.

​Besonders hellhörig dürfte man im Westen bei der Begründung werden. Beide Länder müssten „gemeinsam ihre Fähigkeit stärken, auf verschiedene Risiken und Herausforderungen zu reagieren“, so der chinesische Minister. Offiziell dient dies der „globalen Sicherheit und Stabilität“ – eine Formulierung, die im Kontext des Ukraine-Krieges und der Spannungen im Indopazifik jedoch wie eine direkte Kampfansage an die westliche Sicherheitsarchitektur klingt.

​Moskau nahm den Ball dankbar auf. Das russische Verteidigungsministerium begrüßte, dass sich die „umfassende strategische Partnerschaft“ stabil entwickle.

​Mehr als nur Worte: Satellitendaten und Milliardenprojekte

​Dass diese Partnerschaft längst über warme Worte hinausgeht, zeigen Erkenntnisse ukrainischer Dienste. Bereits im Oktober 2025 meldete der ukrainische Auslandsgeheimdienst (SZRU), dass China Russland mit Satellitendaten versorge, die für Raketenangriffe auf die Ukraine genutzt würden. Peking helfe aktiv bei der Aufklärung strategischer Ziele.

​Oleh Luhowskyj, erster stellvertretender Leiter des SZRU, bezifferte das Ausmaß der Kooperation Anfang des Jahres eindrücklich:

  • Über 60 laufende Projekte werden derzeit zwischen China und Russland realisiert.
  • ​Das Gesamtvolumen beträgt mehr als 100 Milliarden Dollar.
  • ​Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf den militärisch-industriellen Komplex.

​Das Telefonat der Verteidigungsminister ist ein weiteres Signal dafür, dass Peking nicht plant, auf Distanz zu Moskau zu gehen. Stattdessen wird die Allianz als Gegengewicht zum Westen weiter ausgebaut – militärisch, wirtschaftlich und technologisch.