SBU nimmt Bankmitarbeiter fest: Verdacht auf Weitergabe sensibler Daten an Russland

Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat in Kyjiw einen 40-jährigen Mitarbeiter einer Bank festgenommen, der verdächtigt wird, personenbezogene Daten ukrainischer Militärangehöriger und Freiwilliger an russische Geheimdienste weitergegeben zu haben.

SBU nimmt Bankmitarbeiter fest: Verdacht auf Weitergabe sensibler Daten an Russland
Foto: Sicherheitsdienst der Ukraine

Kyjiw – Die Festnahme erfolgte im Rahmen von Ermittlungen zu Hochverrat unter Kriegsrecht und unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der ukrainischen Behörden, Spionageaktivitäten zu bekämpfen.

Nach Angaben des SBU arbeitete der Mann in der Abteilung für Informationssicherheit einer Bank in der Hauptstadt. Er soll über ein verbotenes soziales Netzwerk von russischen Agenten rekrutiert worden sein. Zunächst erhielt er Testaufgaben, bei denen er in der Nähe von Stützpunkten der ukrainischen Verteidigungskräfte spazieren gehen und Fotos von Gebäuden machen sollte, die er für militärische Zwecke hielt. Später wurde er angewiesen, Daten von Bankkunden zu sammeln, die als Militärpersonal oder Freiwillige Konten eröffneten, um die Streitkräfte der Ukraine (AFU) zu unterstützen. Darüber hinaus soll er die Koordinaten des Backup-Datenzentrums der Bank weitergegeben haben, in dem Nutzerdaten gespeichert werden.

Die SBU nahm den Verdächtigen in seiner Wohnung fest. Bei der Durchsuchung wurden vier Smartphones, austauschbare SIM-Karten zur Tarnung sowie drei Laptops sichergestellt. Auf den Geräten fanden die Ermittler nicht nur angesammelte personenbezogene Daten potenzieller Ziele, sondern auch Kontakte zum russischen Föderalen Sicherheitsdienst (FSB).

Der Beschuldigte wurde unter Teil 2 des Artikels 111 des Strafgesetzbuches der Ukraine angeklagt, der Hochverrat unter Kriegsrecht regelt. Er befindet sich nun in Haft ohne Möglichkeit einer Kaution. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit Einzug des Vermögens. Der SBU betonte, dass die weitergegebenen Daten von den russischen Besatzern für die Vorbereitung von Terroranschlägen, Desinformationskampagnen und Rekrutierungsoperationen gegen ukrainische Verteidiger genutzt werden könnten.

Diese Festnahme ist Teil einer breiteren Kampagne der ukrainischen Sicherheitskräfte gegen Spionage und Kollaboration mit Russland seit dem Beginn der Invasion im Februar 2022. Experten warnen, dass sensible Daten aus Finanzinstituten ein hohes Risiko für die nationale Sicherheit darstellen, insbesondere in Zeiten des Konflikts.