Russland schlägt erneut brutal zu: Drohnenangriff legt Gasanlage in Poltawa in Schutt und Asche

Während die Welt auf neue Verhandlungen blickt, führt Russland seinen stillen Krieg gegen die ukrainische Energieversorgung mit unverminderter Härte fort.

Russland schlägt erneut brutal zu: Drohnenangriff legt Gasanlage in Poltawa in Schutt und Asche
Foto: Staatlicher Katastrophenschutzdienst der Ukraine

Poltawa/Kyjiw – Am Freitag traf eine russische Drohne ein strategisches Gasobjekt der staatlichen Naftogaz-Gruppe in der Poltawa-Region. Das Ergebnis: massive Zerstörungen und ein lodernder Brand, der am Nachmittag noch immer nicht unter Kontrolle war.

„Als Folge des Angriffs wurde Zerstörung festgestellt, auf dem Objekt tobt ein Feuer“, bestätigte Naftogaz-Chef Serhij Korezkyj in einer offiziellen Stellungnahme. „Zur Beseitigung der Folgen wurden Einheiten des Staatlichen Notdienstes der Ukraine hinzugezogen.“ Die Rettungskräfte arbeiten unter Hochdruck – und unter ständiger Gefahr weiterer Angriffe. Jederzeit könnte eine zweite Welle kommen.

Es ist kein Einzelfall. Seit Jahresbeginn 2026 hat Russland nach Angaben von Naftogaz mehr als 20 Mal gezielt Objekte des Unternehmens attackiert. Der heutige Schlag auf die Poltawa-Region reiht sich ein in eine systematische Kampagne gegen die gesamte ukrainische Energiewirtschaft. Erst in der Nacht zum Freitag hatte Russland das Stromnetz in fünf Regionen schwer beschädigt. Der Krieg gegen die Lichter, gegen die Heizungen, gegen die Wirtschaft – er läuft auf Hochtouren.

Warum gerade Poltawa? Die Region ist nicht nur ein wichtiger Teil des ukrainischen Gasnetzes, sondern liegt strategisch günstig für den Transit nach Europa. Ein Treffer hier trifft nicht nur die Ukraine, sondern auch die Energieversorgungssicherheit weiter Teile des Kontinents. Genau das scheint das Kalkül Moskaus zu sein: Die Bevölkerung frieren lassen, die Industrie lahmlegen, die Widerstandskraft brechen – ohne dass Panzer rollen müssen.

Während die Löscharbeiten andauern, bleibt die Lage angespannt. Wie lange das Feuer noch brennt, hängt nicht nur vom Einsatz der Feuerwehrleute ab, sondern auch davon, ob die russischen Drohnen heute Nacht zurückkehren.

Die Ukraine kämpft nicht nur um Territorium. Sie kämpft um jeden Kubikmeter Gas, um jedes Megawatt Strom – und um das Überleben ihrer Energieunabhängigkeit in einem Krieg, der längst auch auf den Schaltern und Ventilen ausgetragen wird.