Russland plant Angriffe auf die Infrastruktur ukrainischer Kernkraftwerke
Der Krieg in der Ukraine könnte vor einer gefährlichen Eskalation stehen.
Nach aktuellen Erkenntnissen des ukrainischen militärischen Nachrichtendienstes (HUR) arbeitet der Kreml an einem Szenario, das die nukleare Sicherheit des Landes direkt bedroht, um politische Ziele zu erzwingen.
Wie die "Ukrajinska Prawda" unter Berufung auf den Geheimdienst berichtet, zieht die russische Führung gezielte Raketenschläge auf die kritische Energieinfrastruktur in Erwägung, die für den Betrieb der ukrainischen Atomkraftwerke (AKW) unerlässlich ist.
Das Ziel: Totale Dunkelheit und politische Kapitulation
Der Plan Moskaus zielt laut HUR nicht direkt auf die Reaktoren selbst, sondern auf die sogenannten Übertragungs-Umspannwerke. Diese Knotenpunkte sind essenziell, um die in den AKWs produzierte Energie in das Stromnetz einzuspeisen und – was noch wichtiger ist – die Sicherheitssysteme der Kraftwerke stabil zu halten.
Das strategische Ziel dieser Angriffe ist perfide: Durch die Zerstörung dieser Umspannwerke sollen die ukrainischen Reaktorblöcke vom Verbundnetz getrennt werden. Die Folge wäre ein sofortiger Notstopp der Anlagen. Für die Zivilbevölkerung würde dies den totalen Ausfall von Strom und Wärme bedeuten – ein Szenario, das insbesondere in den Wintermonaten katastrophale humanitäre Folgen hätte.
Der Geheimdienst warnt, dass Russland dieses Druckmittel nutzen will, um die ukrainische Führung an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Kalkül: Unter dem Druck einer kollabierenden Energieversorgung und einer drohenden nuklearen Krise soll Kyjiw "inakzeptable Kapitulationsbedingungen" zur Beendigung des Krieges unterzeichnen.
Aufklärung läuft bereits
Die Bedrohung scheint konkret zu sein. Laut den veröffentlichten Daten hat Russland bereits Vorbereitungen für solche Schläge getroffen. Bis Mitte Januar wurden demnach zehn entsprechende Objekte der kritischen Energieinfrastruktur in neun ukrainischen Regionen durch russische Kräfte aufgeklärt. Dies deutet darauf hin, dass die Zielauswahl bereits weit fortgeschritten ist.
Einschüchterung des Westens
Die Strategie des Kremls beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Schlachtfeld in der Ukraine. Der ukrainische Nachrichtendienst weist darauf hin, dass Moskau parallel eine Kampagne zur Einschüchterung europäischer Länder und des Westens plant. Ziel ist es, die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben, indem Angst vor einer Ausweitung des Konflikts oder einer nuklearen Katastrophe geschürt wird. Der Westen soll davon abgehalten werden, Kyjiw weiterhin die notwendigen Mittel zur Abwehr russischer Luftangriffe bereitzustellen.
Dieser Bericht markiert eine neue Stufe in der psychologischen und physischen Kriegsführung Russlands und unterstreicht die Fragilität der nuklearen Sicherheit in einem aktiven Kriegsgebiet.