Russland greift Odessa mit Dutzenden Drohnen an – zwei Tote, Entbindungsheim getroffen

Russische Drohnen haben in der Nacht auf Samstag die ukrainische Hafenstadt Odessa stundenlang angegriffen – zwei Menschen starben, ein Entbindungsheim wurde getroffen.

Russland greift Odessa mit Dutzenden Drohnen an – zwei Tote, Entbindungsheim getroffen
Foto: Telegram des Staatlichen Katastrophenschutzdienstes

In der Nacht auf Samstag hat Russland die ukrainische Hafenstadt Odessa mit einem massiven Drohnenangriff überzogen. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, mehr als ein Dutzend wurden verletzt. Zu den getroffenen Zielen zählten Wohngebäude, ein Entbindungsheim, Bildungseinrichtungen und die Hafeninfrastruktur der Stadt.

Der Angriff dauerte mehrere Stunden. Anwohner berichteten, dass sie das Summen der Schahed-Drohnen über den Dächern ihrer Häuser hörten, bevor die ersten Einschläge folgten. Die Luftschutzsirenen heulten wiederholt auf. Nach Angaben von Serhij Lyssak, dem Leiter der städtischen Militärverwaltung Odessa, waren zum Morgen des 28. März zunächst elf Verletzte gemeldet, darunter ein Kind. Im Laufe des Vormittags wurde die Bilanz nach oben korrigiert: Unter den Trümmern eines eingestürzten Wohnhauses wurde eine weitere Leiche geborgen.

„Leider ist dies bereits das zweite Todesopfer des nächtlichen Angriffs auf die Stadt", erklärte Lyssak. Die Staatsanwaltschaft der Region Odessa präzisierte, bei der ersten Todesopfer handele es sich um eine Frau des Jahrgangs 1990, die ihren schweren Verletzungen in einem Krankenhaus erlegen sei. Das zweite Opfer ist ein Mann. Unter den Verletzten befinden sich neben dem Kind – einem neunjährigen Jungen in mittlerem Gesundheitszustand – fünf Frauen im Alter zwischen 29 und 87 Jahren sowie fünf Männer im Alter von 42 bis 80 Jahren. Alle wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Eines der aufsehenerregendsten Ziele des Angriffs war ein Entbindungsheim im Stadtgebiet, dessen Dach von einer Drohne getroffen wurde. Zum Zeitpunkt des Einschlags befanden sich 80 Personen in der Einrichtung, darunter 33 medizinische Fachkräfte – alle hatten sich rechtzeitig in Schutzräume begeben. Personal und Patientinnen wurden anschließend evakuiert. Psychologen des Katastrophenschutzes und der Nationalpolizei waren vor Ort im Einsatz.

Die Schäden an der zivilen Infrastruktur sind erheblich. In mehreren Stadtbezirken – darunter Prymorskyi, Khadzhibeiskyi und Kyivskyi – brachen in Mehrfamilienhäusern und Privathäusern Brände aus, Balkone wurden zerstört, Fenster herausgerissen, Dächer beschädigt. Mehr als zehn Fahrzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen. Auch ein Fernsehzentrum sowie mindestens drei Bildungseinrichtungen, darunter zwei Kindergärten, wurden beschädigt. Vizepremier Oleksij Kuleba meldete zudem einen Treffer auf die Hafeninfrastruktur: In einem der Odessaer Häfen wurde eine Getreidegalerie durch eine Drohne beschädigt – ein gezielter Angriff auf die Exportinfrastruktur der Ukraine.

Alle Brände konnten nach Angaben der Behörden gelöscht werden. Für die Lösch- und Bergungsarbeiten wurden 179 Feuerwehrleute und 42 Spezialfahrzeuge des staatlichen Katastrophenschutzes eingesetzt, unterstützt von freiwilligen Kräften. Mobile Wärmepunkte in Bussen und Zelten wurden für die Betroffenen eingerichtet. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren wegen Kriegsverbrechen mit Todesfolge nach ukrainischem Strafrecht.