Russischer Geheimdienst steckt hinter Autobombenanschlag in Kyjiw

Inmitten des anhaltenden Krieges hat die ukrainische Hauptstadt erneut einen schweren Anschlag erlebt.

Russischer Geheimdienst steckt hinter Autobombenanschlag in Kyjiw
Foto: Ukrainische Staatsanwaltschaft

Am 4. Januar explodierte ein Land Rover im nördlichen Bezirk Obolon, genauer gesagt in der Straße Heroiv Dnipra. Das Fahrzeug gehörte einem Soldaten der Nationalgarde der Ukraine, der aus einer operativen Brigade stammt und im Innenministerium tätig ist. Der Mann wurde durch Splitter verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Frau, die sich im oder neben dem Auto befand, erlitt ebenfalls Verletzungen und wurde medizinisch versorgt.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelt es sich um einen gezielten Terroranschlag, der von russischen Spezialdiensten organisiert wurde. Die Kyjiwer Staatsanwaltschaft hat den Vorfall als Terrorakt eingestuft und ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Sprengstoffexperten, Polizeihunde und weitere Spezialkräfte waren vor Ort, um Spuren zu sichern.

Besonders brisant: Die Explosion wurde durch eine selbstgebaute Bombe ausgelöst, die unter dem Fahrzeug platziert worden war. Das Gerät war ferngesteuert und wurde aktiviert, als der Kofferraum geöffnet wurde – ein typisches Szenario für professionell vorbereitete Anschläge. Die Täterin soll eine junge Frau sein, die bereits früher ähnliche „Aufgaben“ für russische Dienste erledigt hatte. Auf Anweisung ihres „Kurators“ – eines Handlers der russischen Geheimdienste – baute sie die Bombe selbst zusammen und befestigte sie am Auto des Soldaten.

Ermittler fanden das Mobiltelefon, von dem aus die Zündung erfolgte. Dies könnte entscheidende Hinweise auf die Drahtzieher liefern. Solche Methoden – Rekrutierung lokaler Helfer, Fernzündung per Handy und gezielte Angriffe auf ukrainische Sicherheitskräfte – passen zum Muster russischer Sabotageoperationen in der Ukraine.

Der Anschlag reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Russische Spezialdienste versuchen seit Jahren, durch Attentate und Diversionen die ukrainischen Streitkräfte und Behörden zu schwächen. Oft werden dabei Zivilisten oder leicht rekrutierbare Personen instrumentalisiert, die über soziale Medien oder finanzielle Anreize angeworben werden.

Während Kyjiw weiter unter russischen Raketen- und Drohnenangriffen leidet – allein in der Nacht zum 5. Januar gab es erneut schwere Luftalarme –, zeigen solche Bodenanschläge, wie tief die hybride Kriegsführung Moskaus in die ukrainische Gesellschaft reicht. Die Sicherheitsbehörden der Ukraine betonen, dass sie wachsam bleiben und weitere Anschläge verhindern wollen.

Der verletzte Soldat der Nationalgarde und die betroffene Frau kämpfen nun um ihre Genesung. Der Vorfall erinnert schmerzlich daran, dass der Krieg nicht nur an der Front tobt, sondern auch in den Straßen der Hauptstadt.