Russischer Angriff auf den Süden der Ukraine: Schwere Schäden an Energie- und Hafeninfrastruktur

In der Nacht zum 13. Februar hat Russland einen massiven Drohnen- und Raketenangriff auf den Süden der Ukraine durchgeführt.

Russischer Angriff auf den Süden der Ukraine: Schwere Schäden an Energie- und Hafeninfrastruktur
Foto: Staatlicher Katastrophenschutz

Odessa – Ziel waren vor allem Energieanlagen, Häfen und industrielle Einrichtungen in der Oblast Odessa sowie in den Regionen Cherson, Mykolajiw und Saporischschja. Dabei kamen ein Zivilist ums Leben, und mehrere Personen wurden verletzt. Die ukrainischen Verteidigungskräfte konnten einen Großteil der Angriffe abwehren, doch es kam zu erheblichen Zerstörungen und Stromausfällen.

Der Angriff begann in den frühen Morgenstunden und umfasste eine ballistische Rakete vom Typ Iskander-M, die aus der russischen Oblast Kursk abgefeuert wurde, sowie 154 Kampfdrohnen verschiedener Typen (darunter Shahed, Gerbera und Italmas). Diese starteten aus russischen Gebieten wie Orel und Brjansk, Primorsko-Achtarsk sowie aus den besetzten Gebieten Donezk, Gwardijskoje und Tschauda auf der Krim. Die ukrainische Luftwaffe, Flugabwehrraketen, elektronische Kampfführungssysteme und mobile Feuergruppen schossen bis 8:30 Uhr 111 Drohnen ab oder störten sie. Dennoch trafen eine Rakete und 22 Drohnen ihre Ziele in 18 Orten, zusätzlich fielen Trümmer in zwei weiteren Gebieten herab.

In der Oblast Odessa, dem Hauptschwerpunkt des Angriffs, wurden Hafeninfrastruktur und Lagerhäuser mit Düngemitteln schwer beschädigt. Es kam zu Bränden in Eisenbahnwaggons und einem Autohaus, das über eine Fläche von 2.000 Quadratmetern in Flammen stand. Der Brand griff auf benachbarte Fahrzeuge, Garagen und eine Energieanlage über. Trümmer von Drohnen fielen auf ein Autohaus und ein Sanatorium, während zwei Shahed-Drohnen direkt in Wohnhäuser einschlugen, ohne Feuer auszulösen. In der Stadt Odessa führten die Angriffe zu Unterbrechungen der Strom-, Heiz- und Wasserversorgung. Mehrstöckige Wohnhäuser, Freizeiteinrichtungen und Geschäfte wurden beschädigt, was zu weiteren Bränden in Nebengebäuden führte.

Die menschlichen Verluste sind tragisch: In Odessa kam ein 20-jähriger Mann ums Leben, sechs weitere Zivilisten (Männer im Alter von 31 bis 53 Jahren) wurden verletzt, drei davon schwer. Alle Opfer waren Zivilisten, wie Vize-Premierminister Oleksij Kuleba betonte. In der Oblast Saporischschja starb ein 48-jähriger Mann bei einem Drohnenangriff auf ein Wohnhaus, das in Brand geriet und benachbarte Gebäude beschädigte. Ein Lagerhaus von 40 Quadratmetern brannte ebenfalls nieder.

In Cherson führte der Angriff zu Stromausfällen in der Stadt, wo die Wasserversorgung vorübergehend durch Generatoren aufrechterhalten wurde. Die lokalen Behörden aktivierten "Punkte der Unzerstörbarkeit" – Gemeinschaftszentren für das Aufladen von Geräten, Internetzugang und Erholung. In Mykolajiw wurde die Energieinfrastruktur im Bezirk Baschtanka beschädigt, was zu teilweisen Stromausfällen in mehreren Siedlungen führte.

Oleh Kiper, Leiter der Militärverwaltung der Oblast Odessa, berichtete von Bränden in Hafenlagerhäusern mit Düngemitteln und beschädigten Eisenbahnwaggons. "Die Rettungskräfte arbeiten unter schwierigen Bedingungen, um die Feuer zu löschen und die Folgen zu beseitigen", erklärte er. Die Staatsanwaltschaft der Oblast Odessa hat Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen eingeleitet, die zum Tod von Menschen führten (Artikel 438 des Strafgesetzbuches).

Die ukrainische Luftwaffe hob die Verteidigungsleistung hervor: "Unsere Kräfte haben den Großteil der Bedrohung neutralisiert, doch der Feind zielt gezielt auf zivile Infrastruktur ab." Vitalij Kim, Leiter der Militärverwaltung Mykolajiw, und Jaroslaw Schanko aus Cherson bestätigten die Schäden und die laufenden Reparaturen.

Dieser Angriff reiht sich in eine Serie russischer Eskalationen im Süden der Ukraine ein, die zunehmend zivile Ziele treffen. Experten sehen darin einen Versuch, die ukrainische Wirtschaft und Logistik zu lähmen. Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, bei Luftalarm Schutz zu suchen und die offiziellen Kanäle für Updates zu nutzen.