Rekordverluste im März: Ukraine meldet über 35000 gefallene russische Soldaten in einem Monat

Im März 2026 erlitt die russische Armee die höchsten Verluste seit Kriegsbeginn: Über 35000 Soldaten wurden getötet oder schwer verwundet – der weitaus größte Teil durch ukrainische Drohnen.

Rekordverluste im März: Ukraine meldet über 35000 gefallene russische Soldaten in einem Monat
Anatolii Siryk / Ukrinform / SIPA / Scanpix / LETA

Der März 2026 war für die russische Armee der blutigste Monat seit Beginn des Krieges. Präsident Wolodymyr Selenskyj gab am Freitag bekannt, dass die Ukraine im vergangenen Monat mehr als 35000 russische Soldaten außer Gefecht gesetzt hat – mehr als in jedem anderen Monat seit dem Beginn der Vollinvasion im Februar 2022. Die Zahlen, so Selenskyj, seien lückenlos dokumentiert: Für jedes verzeichnete Abschussergebnis gebe es eine Videoaufzeichnung im System.

Den weitaus größten Teil der Verluste verursachten ukrainische Drohnen. Allein durch Drohnenangriffe wurden laut Selenskyj 33988 russische Militärangehörige getötet oder schwer verwundet. Weitere 1363 Soldaten wurden durch Artillerie und andere Angriffsmittel ausgeschaltet. Zusammen ergibt das einen monatlichen Verluststatus von über 35000 bestätigten Abschüssen – eine Zahl, die die bisherigen Monatshöchstwerte klar übertrifft.

Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erstattete Selenskyj in einer Sitzung detailliert Bericht über die Ergebnisse sämtlicher Einheiten an der Front. Pro Richtung und pro Schadenskategorie lägen geprüfte Berichte vor, die auch an Partner weitergegeben werden könnten. Selenskyj betonte, die ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte hätten dem Feind damit die Möglichkeit genommen, den Charakter der Lage an der Front nach eigenem Ermessen zu bestimmen.

Besonders hervorgehoben wurden einzelne Einheiten, die im März besonders effektiv eingesetzt wurden. An erster Stelle nannte Selenskyj das Zentrum für Spezialoperationen „Alpha" des Geheimdienstes SBU sowie die Drohneneinheiten des Kommandeurs Robert „Magyar" Brody. Ebenfalls ausgezeichnet wurden der Spezialgrenzschutz-Verband „Fenix", die Lazar's Group und die 95. Separate Luftsturmbrigade. Sie alle zählten im März zu den effektivsten Einheiten beim Drohneneinsatz.

Neben den Personalverlusten meldete Selenskyj auch deutlich gestiegene Ergebnisse bei der Zerstörung russischer Luftabwehrsysteme: Allein im März wurden 274 russische Flugabwehrsysteme ausgeschaltet – auch das ein Rekordwert. Zudem seien russische Munitionsdepots und Logistikeinrichtungen in erheblichem Umfang getroffen worden. Das Verteidigungsministerium werde in Kürze einen öffentlichen Gesamtbericht für den Monat März vorlegen.

Die Monatszahlen fügen sich in einen breiteren Trend ein. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten massiv in die Drohnenproduktion investiert und die Angriffsfähigkeit im Tiefenraum deutlich ausgebaut. Gleichzeitig haben die Verluste auf russischer Seite nach Einschätzung westlicher Analysten Moskau zunehmend unter Druck gesetzt, den Mangel an Freiwilligen durch schärfere Zwangsmaßnahmen auszugleichen. Dass die russischen Verluste im März trotz dieser Entwicklung einen neuen Höchststand erreicht haben, deutet darauf hin, dass Russland seine Angriffe an der Front weiter mit großem Personalaufwand und ohne Rücksicht auf Verluste fortsetzt.

Selenskyj und Fedorow vereinbarten bei der Sitzung auch eine Reihe von Maßnahmen für die kommenden Wochen: unter anderem Schritte zur Stärkung der ukrainischen Infanterie, Reformen im Vertragssystem der Armee sowie Maßnahmen im Bereich der Streitkräfte-Zwangskomponente. Zugleich solle die Exportfähigkeit ukrainischer Rüstungshersteller ausgebaut und die gemeinsame Produktion mit Partnern skaliert werden – ein Bereich, in dem die Ukraine zuletzt erhebliche Fortschritte gemacht hat.

Dass Selenskyj die Marschzahlen öffentlich präsentierte und dabei ausdrücklich auf die Videoüberwachung jedes einzelnen Treffers verwies, ist auch eine gezielte Botschaft: an die eigene Bevölkerung, an die westlichen Partner und an Moskau. Der März 2026 hat gezeigt, dass die Ukraine ihren Drohnenkrieg auf ein industrielles Niveau gehoben hat – und Russland einen Preis zahlt, der nach mehr als vier Kriegsjahren noch immer steigt.