Operation „Enigma 2.0“: SBU zerschlägt russische Agentengruppe – Mordanschläge auf Prominente vereitelt
In einer gemeinsamen Großoperation haben der ukrainische Sicherheitsdienst SBU, die Nationalpolizei und moldauische Strafverfolgungsbehörden eine aus Russland gesteuerte Agenten- und Killergruppe zerschlagen.
Kyjiw – Die Täter hatten geplante Auftragsmorde an prominenten ukrainischen Medien- und Politikvertretern vorbereitet. Insgesamt zehn Personen wurden festgenommen – sieben in der Ukraine und drei in der Republik Moldau.
Die Operation mit dem Namen „Enigma 2.0“ wurde unter Beteiligung von Europol und Interpol durchgeführt. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts Ruslan Krawtschenko war eines der potenziellen Opfer unter anderem Andrij Jussow, stellvertretender Leiter des Koordinationsstabs für Kriegsgefangene und Sprecher des Militärgeheimdienstes GUR des Verteidigungsministeriums.

Der Kopf der Gruppe ist ein 34-jähriger moldauischer Staatsbürger, der bereits in Russland eine Haftstrafe verbüßt hatte und anschließend vom russischen Geheimdienst angeworben worden war. Er baute eine hierarchische Struktur auf, rekrutierte vor allem junge Landsleute unter 25 Jahren – darunter Studenten militärischer Ausbildungsstätten – und schleuste sie unter dem Deckmantel von Touristen in die Ukraine ein. Die Agenten verteilten sich in Mietwohnungen in verschiedenen Regionen, darunter Kyjiw und Odessa.
Die Gruppe sollte gezielte Liquidierungen durchführen, unter anderem durch Schüsse aus nächster Nähe oder Autobomben. Sie sammelte detaillierte Informationen zu den Zielen: Wohn- und Arbeitsorte, Bewegungsrouten sowie geeignete Tatmethoden. Als Belohnung waren Hunderttausende Dollar in Aussicht gestellt – allein für die Tötung eines aktiven GUR-Offiziers sollen 100.000 Dollar geboten worden sein. Die Finanzierung erfolgte über Kryptowährungen und Karten ausländischer Banken; die Kommunikation lief über abgeschirmte Kanäle.
Bei Durchsuchungen in Kyjiw und Odessa beschlagnahmten die Behörden Kommunikationsmittel, Waffen, Ausrüstung und weiteres Beweismaterial. Den Festgenommenen werden die Vorbereitung von Auftragsmorden (Art. 14, 115 StGB Ukraine) sowie illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Dem Anführer und den Haupttätern droht lebenslange Freiheitsstrafe mit Einzug des Vermögens.
SBU und Nationalpolizei erklärten, durch die Operation sei eine schwere Bedrohung für die innere Sicherheit der Ukraine abgewendet worden. Die Gruppe sollte Angst schüren, die Gesellschaft demoralisieren und die Lage im Land destabilisieren.
Die Ermittlungen dauern an. Weitere Anklagepunkte gegen den Leiter und die Beteiligten werden geprüft.