NATO schätzt 1,3 Millionen russische Verluste im Krieg gegen die Ukraine: 400.000 allein im vergangenen Jahr
Nach Schätzungen der NATO hat Russland im Krieg gegen die Ukraine insgesamt rund 1,3 Millionen Soldaten verloren, die entweder getötet oder verletzt wurden.
Brüssel/Kyjiw – Ein hochrangiger NATO-Beamter teilte in Brüssel mit, dass allein im vergangenen Jahr etwa 400.000 russische Soldaten getötet oder verletzt worden seien. Darunter sollen rund 350.000 Todesfälle sein. Russland veröffentlicht keine offiziellen Zahlen zu seinen Verlusten, was die NATO-Angaben zu einer der wenigen öffentlichen Schätzungen macht.
Die Zahlen unterstreichen die hohen Kosten des Konflikts für die russische Armee, die seit dem Einmarsch im Februar 2022 anhaltend hohe Verluste hinnehmen muss. Experten sehen darin ein Zeichen für die Intensität der Kämpfe, insbesondere an Frontabschnitten wie in der Ostukraine, wo russische Offensiven trotz massiver Verluste fortgesetzt werden.
Zum Vergleich: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab kürzlich an, dass auf ukrainischer Seite 55.000 Soldaten getötet wurden. Westliche Geheimdienste und Experten schätzen die Zahl jedoch höher ein – zwischen 100.000 und 140.000 tote ukrainische Soldaten. Diese Diskrepanz zeigt die Schwierigkeit, genaue Zahlen in einem laufenden Krieg zu ermitteln, wo beide Seiten ihre Verluste oft herunterspielen.
Die NATO-Schätzungen basieren auf einer Kombination aus Satellitenbildern, Abhördaten und Berichten von der Front. Sie dienen nicht nur der Informationsgewinnung, sondern auch der Strategieplanung für die Unterstützung der Ukraine. NATO-Generalsekretär Mark Rutte hatte in früheren Äußerungen die anhaltenden russischen Verluste als Beweis für die Wirksamkeit westlicher Hilfe hervorgehoben, wenngleich der Artikel keine direkten Zitate enthält.
Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, da die NATO-Verteidigungsminister in Brüssel tagen und weitere Hilfen für die Ukraine besprechen. Experten warnen, dass die hohen russischen Verluste langfristig zu Rekrutierungsproblemen und einer Schwächung der Armee führen könnten, während die Ukraine ebenfalls unter Personalmangel leidet.
Der Krieg, der nun in sein fünftes Jahr geht, hat bereits Millionen von Menschen vertrieben und weitreichende geopolitische Konsequenzen. Die NATO betont ihre Solidarität mit der Ukraine, fordert aber auch mehr Beiträge von den Mitgliedstaaten, um die Verteidigungsfähigkeit Kyjiws zu stärken.