Nächtliche Raketenangriffe auf Ukraine: Hauptziel war Energieinfrastruktur in Kyjiw, Odessa und Dnipro
In der vergangenen Nacht hat Russland einen massiven Raketenangriff auf die Ukraine durchgeführt, wobei der Fokus auf der Energieinfrastruktur lag.
Kyjiw – Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Beschuss als gezielte Attacke auf die Stromversorgung in den Städten Kyjiw, Odessa und Dnipro. „Die Hauptziele des Angriffs waren die Energieanlagen – Generatoren und Umspannwerke“, erklärte Selenskyj in einer Videobotschaft am Morgen.
Der Angriff, der gegen Mitternacht begann, umfasste nach Angaben des ukrainischen Militärs Dutzende von Raketen und Drohnen, die aus dem Schwarzen Meer und von russischen Territorien aus abgefeuert wurden. Berichten zufolge wurden mehrere Stromversorgungsanlagen schwer beschädigt, was zu Stromausfällen in Teilen der betroffenen Regionen führte. In Kyjiw mussten Tausende von Bewohnern in Bunkern Schutz suchen, während Sirenen durch die Nacht hallten. In Odessa und Dnipro berichteten Behörden von Explosionen in der Nähe von Kraftwerken, die die Versorgung mit Elektrizität beeinträchtigen.
Selenskyj betonte in seiner Ansprache die Resilienz des ukrainischen Volkes und der Infrastruktur: „Trotz der Dunkelheit, die der Feind zu schaffen versucht, werden wir uns nicht unterkriegen lassen. Unsere Energieteams arbeiten rund um die Uhr, um die Schäden zu beheben.“ Er warf Russland vor, systematisch zivile Ziele anzugreifen, um die Moral der Bevölkerung zu brechen. „Das ist kein Krieg gegen Soldaten, das ist Terror gegen Zivilisten“, sagte der Präsident.
Nach offiziellen Angaben gab es mindestens fünf Tote und über 20 Verletzte, darunter Zivilisten, die durch Trümmer oder Splitter verletzt wurden. Die ukrainische Luftverteidigung konnte laut Generalstab etwa 60 Prozent der anfliegenden Geschosse abfangen, was weitere Schäden verhinderte. Internationale Partner, darunter die USA und die EU, verurteilten den Angriff scharf. US-Außenminister Antony Blinken sprach von einer „barbarischen Eskalation“ und kündigte weitere Militärhilfe an.
Der Kontext dieses Angriffs passt in die anhaltende russische Strategie, die ukrainische Energieinfrastruktur im Winter zu schwächen, um die Bevölkerung zu demoralisieren. Seit dem Beginn der Invasion im Februar 2022 hat Russland wiederholt solche Attacken durchgeführt, was zu humanitären Krisen führte. Experten warnen, dass mit dem nahenden Frühling weitere Eskalationen möglich sind, während Verhandlungen über einen Waffenstillstand ins Stocken geraten.
Die ukrainische Regierung rief die Bevölkerung auf, Vorräte anzulegen und auf Alarme zu achten. „Wir sind stark, wir sind vereint“, schloss Selenskyj seine Botschaft. Weitere Updates zu den Reparaturarbeiten und möglichen Gegenmaßnahmen werden erwartet.