Massiver russischer Angriff auf Kyjiw und Umgebung – 4 Tote, 15 Verletzte
Bei einem von Russland angeführten kombinierten Angriff auf die Region Kyjiw wurden 4 Menschen getötet und 15 weitere verletzt
Kyjiw – In der Nacht auf Samstag hat Russland einen der schwersten kombinierten Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt und die Region Kyjiw der vergangenen Wochen geflogen. Nach Angaben der Gebietsverwaltung kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 15 weitere wurden verletzt – drei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand, zwei wurden noch in der Nacht notoperiert. Insgesamt wurden rund 30 Objekte beschädigt.
Russland setzte dabei ein breites Arsenal ein: 68 Raketen verschiedener Typen – darunter ballistische Raketen, Zirkon-Hyperschallraketen und Marschflugkörper – sowie 430 Kampfdrohnen wurden auf die Ukraine abgefeuert. Das Energieministerium meldete infolge des Angriffs Stromausfälle in Kyjiw und sechs weiteren Regionen des Landes.
Besonders hart traf es die Stadt Browary östlich von Kyjiw: Dort wurden ein Wohnheim, ein Industriebetrieb sowie Lagerhallen getroffen. Bürgermeister Ihor Saposchko bestätigte, dass acht Verletzte in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Im Wyschhoroder Bezirk nördlich der Hauptstadt schlug eine Rakete oder Drohne in ein Mehrfamilienhaus ein. Im Ort Nowi Petrivzi wurde ein Lagergebäude getroffen – dort starb eine Person. Weitere Einschläge und Trümmerteile von abgeschossenen Drohnen wurden aus dem Obuchiver und dem Butscha-Bezirk gemeldet; Letzterer trägt seit dem russischen Massaker im Frühjahr 2022 weltweite Bekanntheit. Im Butscha-Bezirk brannte ein Privathaus, im Wyschhoroder Bezirk standen Lagerhallen in Flammen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren in der gesamten Region im Einsatz.
Selenskyj meldete sich unmittelbar nach dem Angriff zu Wort und warnte, Russland werde versuchen, den laufenden Krieg im Nahen Osten zu nutzen, um in der Ukraine noch größere Zerstörung anzurichten. Die internationale Aufmerksamkeit sei derzeit auf den Persischen Golf gerichtet – dieses Fenster wolle Moskau ausnutzen.
Der Angriff in der Nacht auf den 14. März war Teil einer koordinierten russischen Angriffswelle, die in dieser Nacht auch andere Landesteile traf: Vier Bezirke der Region Dnipro wurden attackiert, in der Region Saporischschja wurde mindestens ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt. In der Region Charkiw, wo russische Streitkräfte außerdem eine Drohne in einen Vorortzug feuerten, gab es einen Toten und elf Verletzte – darunter Kinder. In der Region Cherson wurden ebenfalls Opfer gemeldet, darunter drei Kinder. An der Front registrierte der ukrainische Generalstab in dieser Nacht 153 Gefechte.