Massenangriffe im Donbas: Wo der russische Druck am größten ist

Die Intensität der Kämpfe entlang der Frontlinie bleibt extrem hoch. Der ukrainische Generalstab meldet in seinem jüngsten Update insgesamt 119 militärische Zusammenstöße innerhalb von nur 24 Stunden.

Massenangriffe im Donbas: Wo der russische Druck am größten ist
Foto: Ukrainisches Militär

Während die russischen Truppen an fast allen Frontabschnitten angreifen, konzentriert sich der massive Druck weiterhin auf eine Schlüsselregion im Osten.

​Die russische Armee setzt ihre Offensive mit unverminderter Härte fort. Dabei greift der Feind nicht nur militärische Stellungen an, sondern terrorisiert weiterhin zivile Siedlungen mit Artillerie und Luftschlägen. Besonders betroffen sind die Grenzregionen zu Russland, wo die Gebiete Tschernihiw und Sumy unter ständigem Beschuss stehen. Doch der Schwerpunkt der Bodenoffensive liegt eindeutig im Donbas.

Der Brennpunkt: Pokrowsk

​Der Sektor Pokrowsk ist und bleibt das Epizentrum der gesamten Front. Hier verzeichnete der Generalstab die höchste Dichte an Angriffen: Insgesamt 29 Sturmversuche wurden allein in diesem Gebiet gemeldet.

​Die russischen Truppen versuchen mit aller Macht, die ukrainischen Verteidigungslinien zu durchbrechen. Die Hauptstoßrichtungen konzentrierten sich dabei auf die Ortschaften Myroljubiwka, Promin, Lysiwka, Dachenske, Schowte und Tschumatske. Trotz des massiven Drucks halten die ukrainischen Verteidiger stand und wehren die Angriffswellen ab.

Schwere Gefechte bei Kurachowe und Lyman

​Auch abseits von Pokrowsk ist die Lage angespannt. Zwei weitere Sektoren stehen unter schwerem Beschuss:

  • Sektor Kurachowe: Hier ist die Situation fast ebenso kritisch. Die ukrainischen Streitkräfte mussten 28 Angriffe abwehren. Die russischen Einheiten versuchen, bei Sontziwka, Berestky, Kurachowe selbst und weiteren Siedlungen vorzurücken.
  • Sektor Lyman: In diesem Gebiet wurden 18 Angriffe registriert. Der Feind nutzte dabei auch Luftunterstützung durch Angriffsflugzeuge, um die ukrainischen Stellungen bei Hrekiwka, Druschljukiwka und im Serebrjansker Forst zu stürmen.

Luftterror und Grenzsituation

​Neben den Bodenkämpfen setzt Russland massiv auf seine Luftüberlegenheit. Dutzende Luftangriffe wurden geflogen, wobei auch gelenkte Fliegerbomben (KABs) zum Einsatz kamen.

​Gleichzeitig bleibt die Lage an der Nordgrenze volatil. Die russische Artillerie beschießt vom eigenen Territorium aus systematisch ukrainische Siedlungen in den Regionen Sumy und Tschernihiw. Auch im Süden, im Sektor Prydniprowske (Region Cherson), gaben die russischen Truppen keine Ruhe: Fünf Versuche, die ukrainischen Stellungen anzugreifen, scheiterten jedoch.

​Die Zahl von 119 Gefechten an einem einzigen Tag verdeutlicht, dass Russland trotz hoher Verluste weiterhin auf massive Quantität bei seinen Angriffen setzt. Die ukrainischen Streitkräfte befinden sich in einer intensiven Abnutzungsschlacht, in der sie dem Gegner weiterhin schwere Verluste zufügen.