Kyjiw atmet auf: Wasserversorgung steht – Heizung folgt am Morgen
Nach den massiven russischen Angriffen auf die Infrastruktur gibt es erste Entspannungssignale aus der ukrainischen Hauptstadt. Während das Wasser bereits wieder fließt, laufen die Arbeiten für die Rückkehr der Fernwärme auf Hochtouren.
KYJIW. Die gute Nachricht vorab: Die Wasserversorgung in Kyjiw ist seit Dienstagabend wieder vollständig hergestellt. Wie Premierminister Denys Schmyhal mitteilte, erreicht das System schrittweise wieder den vollen Druck, auch wenn es in einzelnen Stadtteilen noch zu Schwankungen kommen kann. Zuvor waren durch gezielte Beschüsse wichtige Pumpstationen und Energieanlagen vom Netz gegangen.
Wärme-Versorgung: Die Nachtschicht läuft
Kritischer ist die Lage noch beim Thema Heizung. Rund 4.000 Wohnhäuser sind aktuell noch ohne Wärme. Doch der Plan für die Nacht steht:
- Hochfahren der Kessel: Noch am späten Abend begann das Aufheizen der zentralen Anlagen.
- Wärme bis zum Morgen: Ziel ist es, dass die Heizkörper in den betroffenen Wohnungen pünktlich zum Mittwochmorgen wieder warm werden.
Massive Reparatur-Offensive
Um die Folgen des Angriffs zu bewältigen, hat die Regierung eine regelrechte „Reparatur-Armee“ mobilisiert. Insgesamt 68 Brigaden – darunter Spezialteams der Staatsbahn Ukrsalisnyzja und Techniker aus anderen Regionen – arbeiten pausenlos an der Wiederherstellung.
Für Krankenhäuser und Geburtskliniken wurden mobile Heizstationen bereitgestellt, um die Versorgung der empfindlichsten Bereiche sicherzustellen. Zudem sind in der Stadt über 1.300 „Unbeugsamkeitspunkte“ (Wärmestuben) in Betrieb, in denen Bürger Strom und Wärme finden.
Hintergrund: Der russische Angriff vom 20. Januar hatte die Energie- und Wasserinfrastruktur Kyjiws schwer getroffen. Zeitweise waren über 5.600 Hochhäuser ohne Heizung. Die Behörden arbeiten nun mit Hochdruck daran, die kritische Infrastruktur auf Generatoren umzustellen, um das Stromnetz für die privaten Haushalte zu entlasten.