Kritik an Fußballverband: Ukrainische Nationalmannschaft vor WM-Playoffspiel im Hotel bestohlen
Unbekannte drangen in die Hotelzimmer der ukrainischen Nationalmannschaft ein und stahlen Bargeld, Uhren und Wertsachen – wenige Stunden später verlor das Team das WM-Playoffspiel gegen Schweden mit 1:3.
Das Ausscheiden der ukrainischen Fußballnationalmannschaft aus den WM-Playoffs gegen Schweden hat eine Vorgeschichte, die weit über sportliches Versagen hinausgeht. Wie der ukrainische Journalist Ihor Burbas berichtete, wurden die Spieler und der Trainerstab kurz vor dem entscheidenden Spiel Opfer eines Hoteleinbruchs – ein Vorfall, der die Mannschaft nach Angaben des Journalisten psychisch empfindlich traf und die Niederlage maßgeblich mitbeeinflusst haben dürfte.
Der Einbruch ereignete sich in Benidorm, dem spanischen Badeort, in dem die ukrainische Auswahl ihr Vorbereitungslager vor dem Playoff-Halbfinale gegen Schweden bezogen hatte. Unbekannte drangen in die Hotelzimmer der Spieler, Trainer und Betreuer ein und entwendeten Bargeld, Uhren und persönliche Wertgegenstände im Gesamtwert von mehreren Tausend Euro. Besonders hart traf es den Co-Trainer Alberto Bosch: Aus seinem Zimmer verschwanden laut Burbas rund 1.800 Euro in bar.
„Entwendet wurden sowohl das Geld der Spieler, des Trainerstabs und der Betreuer als auch teure Uhren und wertvolle Gegenstände", schilderte der Journalist den Umfang des Diebstahls. Wer die Täter sind und wie sie Zugang zu den Zimmern erlangten, ist bislang unklar.
Was den Vorfall sportlich so brisant macht: Burbas zufolge verlor die Mannschaft nach dem Einbruch die Moral. In den Stunden vor einem der wichtigsten Länderspiele seit Jahren sahen sich die ukrainischen Fußballer nicht mit taktischen Analysen oder letzten Absprachen konfrontiert, sondern mit dem Gefühl, in ihrem eigenen Quartier nicht sicher zu sein. Das habe sich auf die Stimmung im Team niedergeschlagen – und möglicherweise auch auf die Leistung auf dem Platz.
Das Spiel selbst endete mit einer deutlichen 1:3-Niederlage gegen Schweden, angeführt von einem überragenden Viktor Gyökeres, der alle drei Tore für die Skandinavier erzielte. Die Ukraine schied damit aus der WM-Qualifikation aus und wird auch 2026 in Nordamerika nicht vertreten sein.
Burbas richtete nach dem Bekanntwerden des Vorfalls scharfe Kritik an der ukrainischen Fußballvereinigung: „Wieder einmal Bravo an unseren Verband, der wieder einmal nicht in der Lage war, auch nur die Sicherheit der Nationalmannschaft zu gewährleisten und ihr ordentliche Vorbereitungsbedingungen für das wichtigste Spiel zu schaffen." Die Formulierung deutet darauf hin, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um ein Muster organisatorischen Versagens rund um die Nationalelf.
Zu den sportlichen und organisatorischen Turbulenzen gesellt sich nun auch eine personelle Zäsur: Cheftrainer Serhij Rebrow wird sein Amt nach der Niederlage gegen Schweden niederlegen. Das Freundschaftsspiel gegen Albanien am 31. März soll sein letzter Einsatz auf der ukrainischen Bank sein. Wer ihm nachfolgt, ist noch offen – zwei Kandidaten sollen intern diskutiert werden.
Für die Ukraine bleibt damit ein bitteres Bild: eine Mannschaft, die ihrer Qualitäten beraubt das Turnier bestritt – ohne Mudrjk wegen Dopingsperre, ohne Sicherheit im Vorbereitungshotel, und am Ende ohne das WM-Ticket, das nach dem zweiten Platz in der Qualifikationsgruppe hinter Frankreich so greifbar schien.