Kreml: USA haben Russland „interessante Vorschläge" zur Ukraine gemacht – aber nichts davon wird umgesetzt
Russland erwartet von den USA nicht Vermittlung, sondern Druck auf Kyjiw – Putins Berater Jurij Uschakow bestätigte, dass Washington Moskau zwar „interessante Vorschläge" zur Ukraine gemacht habe, diese aber bislang folgenlos geblieben seien.
Der Kreml hat bestätigt, dass die USA Russland im Zuge der Friedensgespräche über die Ukraine eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet haben – die er als „interessant und nützlich" bezeichnet. Doch in der Realität bewege sich bisher nichts, erklärte Putins außenpolitischer Berater Jurij Uschakow in einem Interview mit russischen Medien.
Aufschlussreich ist dabei, was Uschakow implizit einräumte: Moskau erwartet, dass Washington Kyjiw schlicht zur Kapitulation zwingt. Ein russischer Journalist hatte gefragt, warum die USA die Ukraine nicht einfach dazu bringen könnten, das umzusetzen, was Trump und Putin angeblich bei einem Treffen in Anchorage vereinbart hätten. Uschakows Antwort war kaum verkleidet: „Genau das fordern wir von unseren amerikanischen Kollegen. Die Amerikaner könnten Kyjiw durchaus unter Druck setzen und Einfluss nehmen."
Die Aussage offenbart das russische Grundverständnis der laufenden Diplomatie: Nicht Verhandlungen auf Augenhöhe, sondern Druck auf die Ukraine durch Washington wird als der eigentliche Hebel betrachtet. Dass die Ukraine ein eigenständiger Akteur mit eigenen Interessen ist, kommt in diesem Weltbild nicht vor.
Uschakow beließ es nicht dabei und lieferte unfreiwillig ein Lehrstück in Doppeldenk: Den anhaltenden US-Bombenkrieg gegen den Iran nannte er einen „Schrecken" – offenbar ohne wahrzunehmen, dass Russland der Ukraine gegenüber seit Jahren exakt dasselbe tut.
Die Äußerungen fallen in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Kyjiw und Washington. Selenskyj hatte zuletzt erklärt, die USA verlangten einen ukrainischen Rückzug aus dem Donbass als Bedingung für Sicherheitsgarantien – eine Darstellung, die US-Außenminister Marco Rubio öffentlich als Lüge bezeichnete. Selenskyj wiederum antwortete, er habe lediglich die Spitze des Eisbergs gezeigt. Vor diesem Hintergrund wirft Uschakows Einlassung ein Schlaglicht auf das, was Moskau von der amerikanischen Seite offenbar tatsächlich erwartet: nicht Vermittlung, sondern Zwang.