Keine Stromangriffe auf Ukraine – aber nur bis 1. Februar
Mitten im eisigen Winter hat der Kreml überraschend einem befristeten „energetischen Waffenstillstand“ zugestimmt: Russland verzichtet vorerst auf Angriffe gegen die ukrainische Energieinfrastruktur – allerdings nur bis zum 1. Februar.
Der Grund: eine persönliche Bitte von US-Präsident Donald Trump an Wladimir Putin. Doch die Erleichterung in Kyjiw hält sich in Grenzen – denn die Pause endet genau dann, wenn die Temperaturen auf bis zu minus 30 Grad abstürzen sollen.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte die Vereinbarung am Freitagmittag: „Präsident Trump hat sich mit einer persönlichen Bitte an Präsident Putin gewandt, für eine Woche, bis zum 1. Februar, auf Angriffe auf Kyjiw zu verzichten, um günstige Bedingungen für Verhandlungen zu schaffen.“ Die Formulierung ist bewusst vage – Peskow sprach von „Angriffen auf Kyjiw und die Ukraine“, ließ aber offen, ob der Verzicht wirklich nur die Energieziele oder mehr umfasst.
Der Hintergrund ist dramatisch: Seit Monaten führt Russland systematische Angriffe auf ukrainische Kraftwerke, Umspannwerke und Stromnetze – mit verheerenden Folgen. Millionen Menschen sitzen im Dunkeln, Heizungen fallen aus, Krankenhäuser kämpfen um Generatoren. Die kommenden Tage gelten als besonders kritisch: Meteorologen prognostizieren ab Anfang Februar arktische Kältewellen mit Temperaturen bis zu minus 30 Grad in weiten Teilen der Ukraine. Genau in diesem Moment läuft die russische Zusage aus.
Experten sehen in der kurzen Dauer den entscheidenden Knackpunkt: Moskau behält sich vor, die Angriffe danach sofort wieder aufzunehmen – und könnte sie sogar mit noch größerer Wucht führen, wenn die Kälte die ukrainische Bevölkerung besonders hart trifft. „Das ist keine echte Deeskalation, sondern ein taktisches Zeitfenster“, kommentiert ein hochrangiger NATO-Diplomat inoffiziell. „Russland gewinnt Zeit, während die Ukraine friert.“
Die Initiative kam ausgerechnet von Donald Trump, der seit seinem Amtsantritt wiederholt angekündigt hat, den Krieg schnell beenden zu wollen. Ob die kurze Pause tatsächlich den Weg für Verhandlungen ebnet, bleibt fraglich. Putin selbst hat ein Treffen mit Wolodymyr Selenskyj bislang nur unter einer Bedingung akzeptiert: Es müsste in Moskau stattfinden – eine Forderung, die Kyjiw als Provokation ablehnt. Peskow stellte klar: „Präsident Putin hat kein Treffen initiiert. Das war Selenskyj.“
In Kyjiw reagiert man verhalten. Regierungsvertreter betonen, dass die Ukraine weiterhin auf verstärkte Luftabwehr – vor allem mehr Patriot-Systeme – drängt, um die Energieversorgung langfristig zu schützen. Gleichzeitig wächst die Sorge: Wenn der Kreml nach dem 1. Februar wieder zuschlägt, könnte der Winter zur humanitären Katastrophe werden.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Trumps Blitzdiplomatie mehr als eine Atempause bringt – oder ob der Kreml nur auf Zeit spielt, während der Frost zum Verbündeten wird.