Keine neuen Ukraine-Russland-Verhandlungen vor Ende des Nahost-Kriegs
Die Ukraine will angesichts des eskalierenden Nahost-Kriegs vorerst keine neuen Verhandlungen mit Russland aufnehmen und verweist auf fehlende Voraussetzungen für ernsthafte Gespräche.
Die Ukraine wird vor einem Ende des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran keine neuen Gespräche mit Russland über eine politische oder militärische Lösung des Ukraine-Konflikts aufnehmen. Das erklärte Mychajlo Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidentenbüros, am Sonntag.
Podoljak begründete die Haltung mit der aktuellen geopolitischen Lage: Solange der Nahost-Krieg andauere, seien die Bedingungen für sinnvolle Verhandlungen nicht gegeben. Politische und militärische Themen lägen demnach vorerst auf Eis. Parallel dazu laufen jedoch weiterhin Gespräche über humanitäre Fragen – insbesondere über einen weiteren Austausch von Kriegsgefangenen zwischen der Ukraine und Russland.
Die Aussage bestätigt, was ukrainische Berater bereits in den vergangenen Tagen angedeutet hatten: Der laufende Konflikt im Nahen Osten hat den Verhandlungsprozess rund um den Ukraine-Krieg erheblich verlangsamt, weil die Aufmerksamkeit der USA – des zentralen Vermittlers – auf einen anderen Schauplatz gelenkt wurde.
Selenskyj hatte zuletzt gewarnt, ein länger andauernder Iran-Krieg werde die amerikanische Unterstützung für die Ukraine schwächen. Podoljaks Aussage lässt sich als Konsequenz aus dieser Einschätzung lesen: Wenn Washington derzeit keine Kapazitäten für den Ukraine-Prozess hat, macht ein Verhandlungsversuch keinen Sinn.