IMF genehmigt neues 8,1-Milliarden-Dollar-Finanzierungsprogramm für die Ukraine

Der Exekutivrat des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat am Donnerstag ein neues vierjähriges Extended-Fund-Facility-Programm (EFF) für die Ukraine in Höhe von 8,1 Milliarden US-Dollar genehmigt.

IMF genehmigt neues 8,1-Milliarden-Dollar-Finanzierungsprogramm für die Ukraine
Foto: Ukrinform

Die erste Tranche in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Dollar soll in Kürze in Kyjiw eintreffen.

Das Geld dient der Finanzierung des erwarteten Haushaltsdefizits und der Sicherung der makrofinanziellen Stabilität des Landes. Insgesamt wird das Defizit in den kommenden vier Jahren auf 136,5 Milliarden Dollar geschätzt. Das neue IWF-Programm soll als zentraler Anker für die gesamte internationale Finanzhilfe dienen – darunter ein geplanter EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro sowie Unterstützung der G7-Staaten und weiterer internationaler Finanzinstitutionen.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Yulia Svyrydenko begrüßte die Entscheidung über ihren Telegram-Kanal: „Das vom IWF unterstützte Programm ist Teil eines breiteren Finanzrahmens, der die Deckung des prognostizierten Haushaltsdefizits von 136,5 Milliarden Dollar in vier Jahren sicherstellen soll.“ Sie betonte weiter: „Es ist wichtig, dass das neue IWF-Kooperationsprogramm für die Ukraine der Anker für alle internationalen Finanzhilfen ist – insbesondere für die Gewährung des 90-Milliarden-Euro-Kredits der Europäischen Union.“

Zudem hätten die Partner die Verlängerung des bestehenden Moratoriums für die Bedienung der offiziellen Auslandsschulden bestätigt und ihre Bereitschaft signalisiert, die Umschuldung nach Stabilisierung der Lage abzuschließen.

Das Programm knüpft an frühere Reformen an, die in den vergangenen Jahren trotz des Krieges für makroökonomische und finanzielle Stabilität gesorgt haben. Es soll der Ukraine helfen, mögliche Finanzierungslücken – wie sie bereits im April befürchtet wurden – zu schließen und die wirtschaftliche Resilienz zu stärken.

Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ihre Wachstumsprognose für die Ukraine bereits gesenkt hat: Für 2026 erwartet sie nur noch 2,5 Prozent statt zuvor 5 Prozent, für 2027 4 Prozent.

Mit der IWF-Zusage erhält Kyjiw nicht nur frisches Kapital, sondern auch ein starkes Signal internationaler Solidarität inmitten des andauernden Konflikts.