Flammen in der Nacht: Drohnenangriff setzt Öldepot in Südrussland in Brand
Der Krieg trägt den Kampf erneut tief ins russische Hinterland. In der Region Wolgograd steht eine Ölanlage in Flammen, während Moskau einen weiteren nächtlichen Luftalarm meldet. Russland spricht von fast 60 abgewehrten Drohnen.
Wolgograd/Moskau – Die russische Energieinfrastruktur ist erneut ins Visier geraten. In der Nacht zum 10. Januar 2026 wurde die Region Wolgograd Ziel eines massiven Drohnenangriffs, der zu einem Brand auf einem lokalen Öldepot führte.
Treffer im Bezirk Oktjabrski
Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrei Bocharov, bestätigte den Vorfall in den frühen Morgenstunden. Laut seiner Darstellung wurde der Brand nicht durch einen direkten Einschlag, sondern durch "herabfallende Trümmer" eines abgeschossenen unbemannten Fluggeräts (UAV) ausgelöst. "Im Bezirk Oktjabrski wurde ein Brandherd auf einem Öldepot festgestellt", erklärte Bocharov über soziale Medien. Einsatzkräfte seien vor Ort, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.
Bilder und Berichte, die von der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN aufgegriffen wurden, deuten auf einen gezielten Schlag gegen die Logistikketten der russischen Armee hin.
Moskau ebenfalls im Visier
Nicht nur der Süden Russlands war betroffen. Auch die russische Hauptstadt meldete Luftalarm. Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin berichtete von einer Drohne, die im Anflug auf die Stadt abgeschossen worden sei. "Spezialisten der Rettungsdienste arbeiten an der Absturzstelle", so Sobjanin knapp.
Das russische Verteidigungsministerium zog am Morgen eine vorläufige Bilanz und behauptete, insgesamt 59 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgefangen zu haben. Drei davon seien allein über der Region Moskau abgeschossen worden.
Systematische Angriffe auf die Ölindustrie
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Angriffen ein, die darauf abzielen, Russlands wirtschaftliche Lebensader – den Energiesektor – zu schwächen.
- Bereits vor dem Jahreswechsel wurde die Raffinerie in Sysran erneut von Drohnen attackiert, was Brände auslöste.
- Im Oktober 2025 legte ein Drohnenangriff auf ein Umspannwerk Teile der Region Wolgograd lahm.
- Ebenfalls im Oktober traf es das Lukoil-Gasverarbeitungswerk in Kotowo (Region Wolgograd). Satellitenbilder der NASA bestätigten damals die Brände auf dem Werksgelände.
Hintergrund
Die Ukraine kommentiert diese Angriffe selten offiziell im Detail, doch Quellen aus dem Geheimdienst SBU und dem Militärgeheimdienst GUR bestätigen gegenüber Medien immer wieder, dass Ölraffinerien, Terminals und Depots als legitime militärische Ziele betrachtet werden. Sie dienen nicht nur dem Export, sondern versorgen direkt die russische Kriegsmaschinerie mit Treibstoff.
Der erneute Brand in Wolgograd zeigt, dass die russische Luftabwehr trotz massiver Aufrüstung weiterhin Lücken aufweist, wenn es um den Schutz weit entfernter, aber strategisch wichtiger Infrastruktur geht.