Finnland, Schweden und Polen schnüren weitere Hilfspakete für die Ukraine
Mitten im harten ukrainischen Winter schicken gleich drei europäische Staaten neue Unterstützungspakete an die Ukraine.
Finnland, Schweden und Polen haben am Donnerstag ihre jüngsten Hilfsmaßnahmen verkündet – von schweren Verteidigungswaffen über Energieausrüstung bis hin zu potenziellen Tauschgeschäften mit Kampfflugzeugen. Die Ankündigungen unterstreichen einmal mehr: Die Unterstützung für Kyjiw bleibt trotz Kriegsmüdigkeit in Teilen Europas unvermindert stark.
Finnland hat sein 32. Militärhilfspaket in Höhe von 43 Millionen Euro freigegeben. Es umfasst vor allem in Finnland hergestellte Verteidigungsgüter, die über das Programm des Verteidigungsministeriums beschafft wurden. Damit steigt die Gesamthilfe Helsinkis seit Kriegsbeginn auf beeindruckende 3,2 Milliarden Euro. Präsident Alexander Stubb hat den Vorschlag bereits genehmigt. Verteidigungsminister Antti Häkkänen betonte die langfristige Verpflichtung:
„Finnland wird die Ukraine weiterhin unterstützen, indem wir geplante Lieferungen von Verteidigungsgerät durchführen. Neben unseren eigenen Paketen beteiligen wir uns an mehreren Fähigkeitskoalitionen, um die eigenen Kapazitäten der Ukraine aufzubauen und zu stärken. Wir wollen dazu beitragen, dass die Ukraine das Recht und die Fähigkeit hat, ihren Staat und ihr Volk zu verteidigen.“
Schweden setzt einen anderen Schwerpunkt: Statt Waffen geht es um Energie. Stockholm stellt ein neues Paket in Höhe von 1 Milliarde Schwedischen Kronen (rund 90 Millionen Euro) bereit. Davon fließen 600 Millionen Kronen in den Ukraine Energy Support Fund und 400 Millionen in das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Geliefert werden Stromerzeugungsanlagen, Heizgeräte, Ersatzteile und weiteres Equipment, um die beschädigte Energieinfrastruktur zu reparieren und die Versorgung kurz-, mittel- und langfristig zu stabilisieren. Gerade jetzt, wo russische Angriffe auf Kraftwerke und Stromnetze wieder zunehmen, kommt diese Hilfe zur rechten Zeit.
Polen wiederum arbeitet bereits am 48. Hilfspaket im Wert von 200 Millionen Złoty (ca. 46 Millionen Euro). Der Schwerpunkt liegt auf gepanzerten Fahrzeugen für die ukrainischen Streitkräfte. Premierminister Donald Tusk erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die Vorbereitungen laufen. Besonders aufmerksamkeitserregend ist jedoch Tusks Angebot eines möglichen Tauschgeschäfts: Polen wäre bereit, alte MiG-29-Kampfflugzeuge abzugeben – im Austausch gegen moderne ukrainische Drohnen, um die eigene Drohnenabwehr zu stärken.
„Ich weiß, dass die Ukraine verschiedene Formen der Luftverteidigung braucht, insbesondere bestimmte Raketentypen“, sagte Tusk. „Wir können nicht bei allem helfen, aber wenn MiG-Jäger benötigt werden, ist Polen bereit, diese Flugzeuge zu übergeben.“
Selenskyj reagierte positiv: „Ich habe Donald ehrlich gesagt, dass wir den Winter überstehen müssen und entsprechende Waffen für die Luftverteidigung brauchen. Die polnischen Kollegen haben das alles notiert. Wenn es die Möglichkeit gibt, sind wir auch bereit, diese Raketen gegen moderne Drohnen zu tauschen. Wir brauchen das dringend.“
Die drei Ankündigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine besonders auf schnelle und vielfältige Unterstützung angewiesen ist. Während die Fronten im Osten und Süden unter Dauerdruck stehen, machen russische Drohnen- und Raketenangriffe auf zivile Infrastruktur die Wintermonate zur Zerreißprobe. Gleichzeitig zeigt sich die EU weiterhin aktiv: Die Union prüft derzeit ein Importverbot für russisches Kupfer und Platinmetalle als Teil eines neuen, 20. Sanktionspakets. Und die Niederlande haben bereits angekündigt, bis 2029 jährlich 3 Milliarden Euro an Militärhilfe zu leisten.
Inmitten all dieser Nachrichten bleibt die Botschaft klar: Europa lässt die Ukraine nicht allein. Die neuen Pakete aus Helsinki, Stockholm und Warschau sind nicht nur materielle Hilfe – sie sind ein starkes politisches Signal in Richtung Moskau und ein Zeichen der Entschlossenheit, den Krieg bis zum Sieg für die Ukraine zu unterstützen.