Extremer Preissprung bei Grundnahrungsmitteln in der Ukraine erwartet
Die Verbraucher in der Ukraine müssen sich im Jahr 2026 auf weiter steigende Lebensmittelpreise einstellen.
Kyjiw – Wie Denys Martschuk, stellvertretender Vorsitzender des Allukrainischen Agrarrates, gegenüber der Nachrichtenagentur Ukrinform erklärte, treiben eine Mischung aus Krieg, Logistikproblemen und steigenden Produktionskosten die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe.
Brot, Getreide und Gemüse betroffen
Besonders betroffen sind demnach Brot, Getreideprodukte und Gemüse. Für Brot prognostiziert der Experte einen monatlichen Preisanstieg von durchschnittlich 1,5 bis 2 Prozent. Auch bei Getreideprodukten (Grütze) wird schon in naher Zukunft mit einer Teuerung von etwa 5 Prozent gerechnet.
Bei Gemüse schlagen vor allem die gestiegenen Lagerkosten zu Buche, während importierte Waren wie Tomaten und Gurken im Einkauf teurer geworden sind. Auch Hühnereier könnten bis zum Ende des Winters um bis zu 10 Prozent teurer werden. Der Fleischmarkt zeigt sich derzeit noch relativ stabil, wobei Schwankungen bei Schweine- und Rindfleisch nicht ausgeschlossen werden.
Kriegsfolgen als Preistreiber
Als Hauptursachen für die Inflation im Lebensmittelsektor nennt Martschuk die anhaltenden russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur und die Energieversorgung, die die Produktionskosten massiv in die Höhe treiben. Hinzu kommen ein spürbarer Arbeitskräftemangel und fehlende finanzielle Mittel, die die Wirtschaft belasten.
„Die Kosten für den Warenkorb werden weiter steigen“, so Martschuk. Diese Tendenz werde voraussichtlich bis zum Sommer anhalten. Erst wenn das Gemüse aus dem Freilandanbau auf den Markt kommt und das Angebot vergrößert, könnte sich die Preislage zumindest teilweise wieder stabilisieren.
Rückblick und aktueller Trend
Der Bericht verweist zudem darauf, dass im vergangenen Jahr die Preise für das sogenannte „Borschtsch-Gemüse“ (Kartoffeln, Rote Bete, Kohl, Karotten, Zwiebeln) noch gesunken waren, nun aber wieder anziehen. Kartoffeln, die vor dem Jahreswechsel noch für 10 Hrywnja pro Kilo gehandelt wurden, kosten mittlerweile bereits 13 Hrywnja. Auch bei Zwiebeln und verschiedenen Kohlsorten sind die Großhandelspreise nach Neujahr spürbar gestiegen.