EU setzt Russland auf „Schwarze Liste“: Verstärkte Finanzkontrollen und neue Sanktionen gegen Moskau

Die Europäische Union hat Russland offiziell in ihre Liste der Länder mit hohem Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufgenommen.

EU setzt Russland auf „Schwarze Liste“: Verstärkte Finanzkontrollen und neue Sanktionen gegen Moskau
Foto: Michael Parulava / Unsplash

Die Europäische Kommission hat den Schritt heute im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Damit werden Finanztransaktionen mit russischen Banken für europäische Institute deutlich erschwert und verteuert – ein weiterer Schlag gegen die russische Wirtschaft inmitten des anhaltenden Krieges in der Ukraine.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte auf einer Pressekonferenz in Brüssel: „Die EU hat heute Russland auf die schwarze Liste gesetzt aufgrund der Risiken bei der Geldwäsche. Das wird Operationen mit russischen Banken verlangsamen und die Kosten massiv erhöhen.“

Jede Transaktion mit russischen Finanzinstituten muss nun intensiver überprüft werden, was zu längeren Bearbeitungszeiten und höheren Gebühren führt. Betroffen sind vor allem Zahlungen aus und nach Russland, die für Unternehmen und Privatpersonen spürbar komplizierter werden.

Der Hintergrund: Bereits im Dezember 2025 war der Schritt angekündigt worden. Die EU handelt damit unabhängig von der internationalen Financial Action Task Force (FATF), deren Mitgliedschaft Russlands seit der Invasion in der Ukraine suspendiert ist. Seit 2025 verfügt die EU über ihre eigene Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA), die solche Maßnahmen ohne Zustimmung von Drittstaaten wie den BRICS-Ländern durchsetzen kann.

Die neue Einstufung ist Teil eines breiteren Sanktionspakets gegen Russland:

  • Seit dem 26. Januar 2026 gilt ein schrittweises Importverbot für russisches Gas, das bis 2027 vollständig umgesetzt werden soll.
  • In Brüssel wird bereits ein 20. Sanktionspaket vorbereitet, das vor allem russische Einnahmen aus Energieexporten weiter einschränken soll.

Für die Ukraine ist die Entscheidung ein weiteres Zeichen der Solidarität. Sie erschwert Russland den Zugang zu internationalen Finanzströmen und damit die Finanzierung des Krieges. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt, um Moskaus Kriegsmaschinerie wirtschaftlich zu schwächen – auch wenn Russland bereits Wege gefunden hat, Sanktionen zu umgehen, etwa über Drittländer.

Ob die Maßnahme Russland spürbar trifft, hängt von der Umsetzung durch europäische Banken ab. Für Millionen Menschen in der Ukraine und in Europa könnte sie jedoch ein weiterer Baustein sein, um den Druck auf den Kreml zu erhöhen und den Weg zu einem gerechten Frieden zu ebnen. Die nächsten Monate werden zeigen, wie wirksam diese finanzielle „Schwarze Liste“ wirklich ist.