EU schraubt an neuem Hammerpaket: Importstopp für russisches Kupfer und Platinmetalle geplant
Die Europäische Union zieht die Daumenschrauben weiter an: Nur wenige Tage nach dem Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine bereitet die EU ein neues Sanktionspaket vor, das Russlands lukrativen Metall-Exporten einen empfindlichen Riegel vorschieben könnte.
Im Fokus stehen Kupfer sowie die begehrten Platingruppenmetalle wie Platin, Iridium und Rhodium – Rohstoffe, die für die moderne Industrie unverzichtbar sind.
Laut Informationen von Bloomberg, die von ukrainischen Medien aufgegriffen wurden, soll der Import dieser Schlüsselmetalle aus Russland verboten werden. Das Paket könnte bereits im Februar 2026 verabschiedet werden – vorausgesetzt, alle 27 EU-Staaten stimmen einstimmig zu. Ziel ist klar: Russland die Einnahmen aus dem Export kritischer Ressourcen weiter zu kürzen und den Kreml wirtschaftlich stärker unter Druck zu setzen.
Norilsk Nickel im Zentrum des Sturms
Besonders hart treffen würde die Maßnahme den russischen Bergbauriesen Norilsk Nickel (Nornickel), der weltweit führend bei der Förderung von Palladium, Platin, Nickel und Kupfer ist. Obwohl Palladium in diesem Paket offenbar verschont bleibt, wäre Nornickel durch ein Verbot der anderen Metalle massiv betroffen. Das Unternehmen hat bisher Sanktionen weitgehend umgehen können – nicht zuletzt wegen seiner zentralen Rolle in globalen Lieferketten für die Autoindustrie, Elektronik und grüne Technologien.
Doch der Wind dreht sich bereits: Große Handelsplätze wie die London Metal Exchange haben russisches Kupfer seit April 2024 vom Handel ausgeschlossen, wenn es nach diesem Datum produziert wurde. Die London Platinum and Palladium Market strich russische Produzenten schon 2022 von der Lieferantenliste. Industrielle Abnehmer in Europa und weltweit meiden russische Metalle zunehmend – trotzdem sickern noch erhebliche Mengen über Umwege in westliche Märkte.
Markt unter Spannung – Preise auf Rekordniveau
Die geplanten Sanktionen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Weltmarkt für Kupfer und Platin ohnehin unter Hochdruck steht. Kupferpreise haben in diesem Jahr Rekordhöhen erreicht, getrieben durch den Boom bei Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energien und KI-Infrastruktur. Platin wiederum leidet unter einem strukturellen Defizit. Ein Importstopp für russische Lieferungen könnte die Preise weiter anheizen und Lieferketten durcheinanderbringen – ein kalkuliertes Risiko für die EU, um Russland wirtschaftlich zu schwächen.
Die EU setzt damit ihre Strategie fort, Russlands Kriegskasse systematisch zu schrumpfen. Bisherige Sanktionen haben bereits Milliarden an Exporteinnahmen gekostet, doch Moskau hat viele Rohstoffe nach Asien umgeleitet. Die neuen Metallbeschränkungen sollen genau diese verbliebenen Schlupflöcher stopfen.
Ob das Paket tatsächlich durchkommt, hängt nun von der Einstimmigkeit in Brüssel ab. In einer Union, die in Sanktionsfragen immer wieder an unterschiedlichen Interessen reibt, ist das kein Selbstläufer – doch der politische Wille scheint in diesen Tagen besonders stark.