Eskalation bei Nacht: Selenskyj bestätigt Einsatz der "Oreschnik"-Rakete bei massivem Angriff auf Kyjiw
In einer Nacht, die von klirrender Kälte und heulenden Sirenen geprägt war, hat der Krieg in der Ukraine eine neue, beunruhigende Dimension erreicht.
Kyjiw – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte heute Morgen, dass Russland bei seinem jüngsten massiven Luftangriff erneut die gefürchtete Mittelstreckenrakete "Oreschnik" eingesetzt hat. Der Angriff zielte zynisch auf die Energieversorgung inmitten einer Kältewelle und traf dabei auch diplomatisch sensibles Terrain.
Der Schatten der "Oreschnik"
Während die Welt noch schlief, wurde der ukrainische Luftraum von einer beispiellosen Welle der Zerstörung überrollt. Laut offiziellen Angaben setzte Russland insgesamt 278 Luftangriffsmittel ein. Doch unter den Hunderten von Drohnen und Marschflugkörpern stach eine Waffe besonders hervor: eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ "Oreschnik", abgefeuert vom Testgelände Kapustin Jar in der russischen Region Astrachan.
Der Einsatz dieses speziellen Raketentyps wird von Experten als klare Botschaft Moskaus gewertet. Selenskyj betonte, dass dieser Angriff gezielt erfolgte, "gerade als eine deutliche Abkühlung eintritt. Genau gegen das normale Leben normaler Menschen."
Ein Hagel aus Feuer und Stahl
Die Statistik dieser Nacht liest sich wie ein Albtraum. Neben der "Oreschnik" registrierte die ukrainische Luftwaffe:
- 242 Drohnen, darunter die berüchtigten iranischen Shaheds und neue Typen.
- 22 Kalibr-Marschflugkörper, gestartet vom Schwarzen Meer.
- 13 ballistische Iskander-M/S-400 Raketen.
Die Folgen sind verheerend. In Kyjiw und der umliegenden Region wurden 20 Wohnhäuser beschädigt. Die traurige Bilanz des Morgens: Vier Tote allein in der Hauptstadt, darunter ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der anderen helfen wollte. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt.
Diplomatischer Affront: Angriff auf Vermittler
Ein Detail dieses Angriffs birgt besondere politische Sprengkraft. Eine russische Drohne beschädigte das Gebäude der Botschaft von Katar in Kyjiw. Die Ironie dieses Treffers könnte kaum bitterer sein: Katar fungiert als einer der wichtigsten Vermittler zwischen Moskau und Kyjiw, insbesondere wenn es um den Austausch von Kriegsgefangenen und die Rückführung von Zivilisten geht.
"Das ist ein Staat, der so viel für die Vermittlung tut", kommentierte Selenskyj den Vorfall sichtlich verärgert. Dieser "Kollateralschaden" könnte die diplomatischen Kanäle belasten, die für humanitäre Lösungen noch offenstehen.
Der Kampf gegen die Kälte
Der Zeitpunkt des Angriffs war kein Zufall. Mit sinkenden Temperaturen zielte Russland erneut primär auf die kritische Energieinfrastruktur. Während die Rettungskräfte in den Trümmern nach Überlebenden suchten, arbeiteten Energieteams bereits fieberhaft daran, Strom und Heizung wiederherzustellen. Ein eigens einberufener Energiestab soll nun die Reparaturarbeiten koordinieren.
Der Ruf nach dem Westen
Präsident Selenskyj nutzte seine morgendliche Ansprache für einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft, insbesondere an die USA. "Russland muss Signale erhalten, dass es seine Pflicht ist, sich auf Diplomatie zu konzentrieren", forderte er. Der Angriff sei eine laute Erinnerung daran, dass die Luftverteidigung für die Ukraine keine abstrakte Forderung, sondern eine Frage des Überlebens sei. "Wir dürfen keinen einzigen Tag bei Lieferungen, Produktion und Vereinbarungen verlieren."
Während Kyjiw die Scherben dieser Nacht zusammenkehrt, bleibt die bange Frage, ob der erneute Einsatz der "Oreschnik" der Vorbote einer noch härteren Phase des Krieges in diesem Winter ist.