Erfolgreicher ukrainischer Schlag gegen russisches Munitionslager in Debalzewe

In der Nacht zum 21. Januar 2026 kursieren im Netz mehrere eindrucksvolle Videoaufnahmen aus Debalzewe, die massive sekundäre Explosionen und langanhaltende Brände in einer schneebedeckten Winterlandschaft zeigen.

Erfolgreicher ukrainischer Schlag gegen russisches Munitionslager in Debalzewe
Foto: t.me/exilenova_plus

Die Szenen deuten auf einen erfolgreichen ukrainischen Präzisionsschlag gegen ein russisches Munitionslager (Boekomplekt / BK) hin – möglicherweise ausgelöst durch den vorherigen Treffer eines mit Munition beladenen russischen Lastwagens.

Die Aufnahmen, die aus größerer Entfernung gedreht wurden, zeigen über mehrere Minuten hinweg eine Kette von Detonationen: helle Feuerbälle, charakteristische weiße Leuchterscheinungen typisch für brennende Artilleriegranaten und Raketen, sowie mindestens zwei voneinander getrennte Brandherde. Druckwellen sind teilweise deutlich sichtbar; Augenzeugenberichten zufolge sollen in umliegenden Ortschaften Fensterscheiben durch die Erschütterungen geborsten sein.

Debalzewe – der umkämpfte Eisenbahnknotenpunkt

Debalzewe ist seit Beginn des Krieges 2014/15 einer der strategisch wichtigsten Punkte im gesamten Donbass. Die Stadt und ihre Umgebung kontrollieren die zentralen Eisenbahnverbindungen zwischen Donezk, Horlivka, Altschewsk, Luhansk und den russischen Nachschubkorridoren im Osten. Wer Debalzewe beherrscht, beherrscht auch die Logistik für große Teile der Frontabschnitte Richtung Pokrovsk, Torezk, Kostyantynivka und weiter nördlich.

Für Russland dient der Knotenpunkt als zentraler Umschlagplatz für Artilleriegeschosse, Raketen für Mehrfachraketenwerfer, Treibstoff und Reserven. Genau aus diesem Grund bleibt Debalzewe ein Dauerziel ukrainischer Fernwaffen – Drohnen, GMLRS, bodengestützte Drohnen und in Einzelfällen auch Artillerie mit großer Reichweite.Was die Videos dokumentieren. Die verbreiteten Clips zeigen typische Merkmale eines größeren Munitionsbrandes:

  • Aufeinanderfolgende Sekundärexplosionen in unregelmäßigen Abständen
  • Mehrere voneinander unabhängige Brandnester
  • Helle, fast weiße Blitze, die für brennende Treibladungen und Großkalibermunition charakteristisch sind
  • Deutliche Kettenreaktionen, bei denen ein Treffer weitere Munition zur Detonation bringt
  • Langanhaltende Brände, die über einen Zeitraum von mindestens 10–15 Minuten sichtbar bleiben

Solche Szenen entstehen fast ausschließlich, wenn größere Mengen lagernder Munition betroffen sind – einzelne Fahrzeuge oder kleinere Depots erzeugen in der Regel keine derart langanhaltenden und vielfältigen Detonationsbilder.

Winteroffensive und Logistikschläge 2025/26

Trotz Schnee, Frost und schlechter Sichtverhältnisse bleibt die Intensität der Kämpfe im Donbass unvermindert hoch. Russische Verbände führen seit Monaten materialintensive Angriffe vor allem im Raum Pokrovsk–Kurakhove–Velyka Novosilka und Torezk–Kostyantynivka. Diese Operationen verbrauchen täglich Tausende Tonnen Artillerie- und Raketenmunition.

Jeder zerstörte Munitionsbestand zwingt die russische Seite entweder zu riskanten Transporten über längere Strecken oder zu einer vorübergehenden Reduzierung des Feuers an der Front. Seit Mitte 2025 gehören gezielte Schläge gegen Depots, Eisenbahnknoten und Nachschubkonvois zu den wirksamsten ukrainischen Maßnahmen, um die russische Offensivkraft abzuschwächen – ohne dafür eigene Großverbände in verlustreiche Gegenoffensiven schicken zu müssen.

Die nächtlichen Aufnahmen aus Debalzewe sind ein weiteres visuelles Zeugnis dafür, dass die Ukraine auch im dritten Kriegsjahr in der Lage ist, tief im feindlichen Hinterland schmerzhafte und operative relevante Schläge zu setzen. Jede vernichtete Ladung Granaten, jede zerstörte Lagerhalle bedeutet weniger Beschuss auf ukrainische Stellungen – und damit potenziell gerettete Leben.

Der Winter 2025/26 bleibt gnadenlos. Doch Bilder wie diese zeigen: Die ukrainische Verteidigung ist weit davon entfernt, nur passiv zu erdulden. Debalzewe bleibt – auch nach über elf Jahren Krieg – ein Symbol für den erbitterten Kampf um jeden Meter, jede Straße und jede Schiene im Donbass.