Ein Toter und acht Verletzte bei russischen Angriffen auf Kyjiw-Region – Fast 20 Tiere sterben in zerstörter Tierklinik
Ein Toter und acht Verletzte bei russischen Angriffen auf Kyjiw-Region – Fast 20 Tiere sterben in zerstörter Tierklinik
Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die Kyjiw-Region ist am Morgen des 3. April mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Acht weitere Personen wurden verletzt, darunter ein Kind. Besonders dramatisch: In einer Tierklinik im Ort Tschaban starben fast 20 Tiere, die dort in Behandlung oder zur Pflege waren. Rettungskräfte kämpften vergeblich um jedes einzelne Leben.
Wie der Chef der Kyjiwska Oblast-Militärverwaltung, Mykola Kalaschnyk, mitteilte, wurden die Angriffe in den Bezirken Obuchiw, Bucha und Fastiw registriert. In der Bucha-Region kam eine Person ums Leben, zudem geriet ein Auto in Brand. Im Fastiw-Bezirk trafen die Geschosse direkt eine Tierklinik in Tschaban. Die Detonation löste Brände in der Klinik selbst, in einem benachbarten Fahrzeug und in einem Privathaus aus. Rettungskräfte des Staatlichen Katastrophenschutzes (DSNS) evakuierten die verletzten Tiere unter Lebensgefahr, versorgten sie mit Sauerstoff und versuchten, ihren Zustand zu stabilisieren. Trotz aller Anstrengungen konnten nicht alle gerettet werden.
„Rettungskräfte kämpften um jedes Leben: Sie führten eine Not-Evakuierung der Vierbeiner aus dem beschädigten Gebäude durch, gaben den verletzten Tieren Sauerstoff und versuchten, ihren Zustand zu stabilisieren. Leider konnten trotz aller Bemühungen nicht alle gerettet werden“, teilte die DSNS mit.
Auch in Obuchiw wurde ein fünfstöckiges Wohnhaus in Kryukiwschtschyna getroffen. Das Dach wurde beschädigt, Verletzte gab es dort jedoch nicht. Die Luftalarmstufe blieb am Vormittag in der gesamten Region bestehen, die Bevölkerung wurde aufgefordert, in Schutzräumen zu bleiben.
Die Angriffe am helllichten Tag sind Teil einer offenbar gezielten Eskalation der russischen Luftangriffe. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor von einer „Oster-Eskalation“ gesprochen. An diesem Freitag waren neben der Kyjiw-Region auch die Gebiete Winnyzja, Tscherkassy, Poltawa, Odessa und Sumy betroffen. Die russischen Streitkräfte setzen dabei verstärkt Drohnen und Raketen ein, um zivile Ziele zu treffen und die ukrainische Luftverteidigung zu überlasten.
Die genaue Zahl der eingesetzten Flugkörper und die Herkunft der Geschosse wurden noch nicht offiziell bestätigt. Ukrainische Luftabwehrkräfte meldeten jedoch landesweit zahlreiche Abschüsse. Dennoch gelangen immer wieder Durchbrüche, die zu Opfern und erheblichen Sachschäden führen.
Die Ereignisse in der Kyjiw-Region zeigen einmal mehr die Brutalität des russischen Vorgehens gegen zivile Infrastruktur und selbst gegen Einrichtungen, die Tieren helfen. Die betroffene Tierklinik in Tschaban war eine Anlaufstelle für kranke und verletzte Haustiere aus der Umgebung. Der Verlust von fast 20 Tieren trifft die lokale Gemeinschaft besonders hart.
Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten am Nachmittag noch an. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, weiterhin vorsichtig zu sein und auf offizielle Warnungen zu achten. Gleichzeitig laufen bereits erste Schadensaufnahmen, um die betroffenen Familien und Einrichtungen schnellstmöglich zu unterstützen.
Der Angriff auf die Kyjiw-Region reiht sich ein in eine Serie von russischen Luftoperationen, die in den letzten Wochen an Intensität zugenommen haben. Während der Krieg im Osten des Landes weiter mit unverminderter Härte tobt, versucht Moskau offenbar, auch in den zentralen Regionen Angst und Zerstörung zu säen – selbst an einem gewöhnlichen Freitagvormittag.