Druschba-Pipeline: Ukraine nennt Termin für Wiederaufnahme des Öltransits
Im Streit um die Druschba-Pipeline meldet sich Selenskyj mit einer konkreten Zeitansage: Die Ukraine könnte den Öltransit nach Ungarn und der Slowakei in rund eineinhalb Monaten wieder aufnehmen – und weist die Vorwürfe einer absichtlichen Blockade klar zurück.
Die Ukraine könnte den Transit russischen Öls nach Ungarn und der Slowakei durch die beschädigte Druschba-Pipeline innerhalb von etwa eineinhalb Monaten wieder aufnehmen. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Schreiben an EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit, das auf der Website des Europäischen Rates veröffentlicht wurde.
Selenskyj erläuterte, dass durch russische Angriffe die Pumpstation Brody vollständig außer Betrieb gesetzt wurde, was den Betrieb der Pipeline unmöglich gemacht habe. Ohne die Station sei es technisch nicht möglich, den erforderlichen Arbeitsdruck im Leitungssystem aufrechtzuerhalten und einen sicheren Öltransit zu gewährleisten. Um die Pumpleistung möglichst schnell wiederherzustellen, arbeite die Ukraine an einer technischen Umgehungslösung. Die Reparaturarbeiten seien nahezu abgeschlossen. Der Präsident rechnet damit, dass die technischen Kapazitäten der Pumpstation Brody innerhalb von rund eineinhalb Monaten wiederhergestellt sein werden – sofern Russland keine weiteren Angriffe auf die Infrastruktur verübt.
Gleichzeitig wies Selenskyj die Vorwürfe aus Budapest und Bratislava, die Ukraine blockiere den Öltransit absichtlich, als haltlos zurück. Die Unterbrechung sei ausschließlich Folge der russischen Terrorangriffe auf die Pipeline und die umliegende Infrastruktur. Zudem sei der beschädigte Öltank nach vorläufigen Einschätzungen nicht reparierbar, weshalb die Ukraine den Bau einer unterirdischen Lagerstätteninfrastruktur als Alternative in Betracht ziehe.
Der Hintergrund des Konflikts: Am 27. Januar hatte ein russischer Raketenangriff die Pumpstation Brody schwer beschädigt und den Öltransit zum Erliegen gebracht. Ungarn und die Slowakei machten daraufhin die Ukraine für den Lieferstopp verantwortlich und stellten ihrerseits Benzin- und Diesellieferungen in die Ukraine ein. Die Slowakei kündigte zudem Notfalllieferverträge für Strom. Budapest knüpft seither die Freigabe des EU-Hilfspakets von 90 Milliarden Euro für die Ukraine ausdrücklich an die Wiederaufnahme des Öltransits.