Diplomatie in Paris, Bombardements in der Ukraine
Heute, am 6. Januar 2026, stand Paris im Zentrum der diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs.
Präsident Wolodymyr Selenskyj war in die französische Hauptstadt gereist, um mit Emmanuel Macron, Keir Starmer und anderen europäischen Staatschefs sowie US-Vertretern Steve Witkoff und Jared Kushner an einem Gipfel der sogenannten „Koalition der Willigen“ teilzunehmen. Ziel sei es, konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu schmieden – für den Fall eines Waffenstillstands.
Ein Entwurf der Abschlusserklärung sieht bindende Verpflichtungen vor: Bei einem künftigen russischen Angriff würden die Verbündeten die Ukraine mit militärischen Mitteln, Aufklärung, Logistik und Sanktionen unterstützen. Besonders bemerkenswert: Großbritannien und Frankreich haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, Truppen in die Ukraine zu entsenden – etwa zur Überwachung eines Ceasefires oder zum Aufbau militärischer Hub-Strukturen. Premierminister Keir Starmer betonte, dies solle der Ukraine signalisieren: „Wenn der Krieg endet, endet er für immer.
“Selenskyj selbst wirkt vorsichtig optimistisch, aber auch realistisch. Er betonte, dass nicht alle Länder der Koalition Truppen stellen würden, doch für Kyjiw sei es „zwingend erforderlich“, dass zumindest Frankreich und Großbritannien dies tun. Der Präsident sprach von einem Friedensplan, der zu „90 Prozent“ fertig sei, warnte jedoch: Die Ukraine bereitet sich parallel auf eine Fortsetzung des Kriegs vor, falls Russland nicht einlenkt. „Es gibt zwei Wege: Der Krieg zu beenden hat Priorität – oder vorbereitet zu sein auf russische Schritte, die das nicht wollen.
“Die USA, vertreten durch Witkoff und Kushner, signalisierten Unterstützung, betonten jedoch, dass Europa die Hauptlast tragen solle. Präsident Trump hatte zuvor von „substantiellem Fortschritt“ gesprochen, doch Moskau zeigt wenig Bereitschaft: Russland lehnt NATO-nahe Garantien ab und fordert weiterhin Kontrolle über besetztes Gebiet.
Krieg tobt weiter: Russische Angriffe und ukrainische Gegenwehr
Während in Paris verhandelt wird, eskaliert der Krieg an der Front und in der Luft. In der Nacht zum 5. Januar startete Russland einen massiven Drohnen- und Raketenangriff mit 165 Drohnen und neun Raketen. Ziele waren unter anderem Kyjiw, Charkiw und Dnipro. In Kyjiw brannte eine Privatklinik nach einem Drohnentreffer; mindestens zwei Zivilisten starben, darunter ein Patient. In Dnipro traf ein Angriff ein US-Unternehmen für Sonnenblumenöl, wodurch 300 Tonnen Öl ausliefen.
Energieinfrastruktur in mehreren Regionen wurde beschädigt.
Die ukrainische Luftabwehr schoss 137 Drohnen ab, doch die Angriffe zeigen: Russland nutzt den Winter, um Druck auszuüben. Gleichzeitig meldet Moskau tägliche ukrainische Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt – eine Eskalation im Drohnenkrieg.
An der Front berichten Quellen von russischen Vorstößen in Richtungen wie Kostjantyniwka, Pokrowsk und Kupjansk. Russland rekrutiert intensiv, um Verluste auszugleichen, während die Ukraine auf Wetterschutz und Drohnen setzt.
Ausblick: Frieden möglich, aber fern
Der Pariser Gipfel markiert einen Meilenstein: Erstmals seit Monaten sitzen alle relevanten Akteure (außer Russland) am Tisch. Doch Experten warnen: Ohne russische Zugeständnisse bleibt Frieden illusorisch. Selenskyj hofft auf ein Treffen mit Trump Ende Januar in Washington. Bis dahin gilt: Diplomatie und Verteidigung gehen Hand in Hand.
Der Krieg dauert nun fast vier Jahre – mit Millionen Betroffenen. Heute in Paris keimte Hoffnung, doch die Realität an der Front mahnt zur Vorsicht.