Deutsche HX-2-Drohnen in der Ukraine: Nur 36% Trefferquote – Auftrag vorerst gestoppt
Die hochgelobten HX-2-Kampfdrohnen des deutschen Rüstungs-Start-ups Helsing haben in realen Kampfeinsätzen in der Ukraine enttäuscht.
Bei 14 dokumentierten Operationen trafen die Drohnen ihr Ziel nur in fünf Fällen – eine Trefferquote von gerade einmal 35,7 Prozent. Grund sind massive technische Schwächen, die sich bereits in Feldtests zeigten. Die ukrainische Seite hat den Auftrag daher vorübergehend ausgesetzt.
Die HX-2-Drohnen, die als KI-gestützte Präzisionswaffen angepriesen wurden, kämpften mit systemischen Problemen: instabile Videoverbindung, eingeschränkte Zielerfassungsfunktionen und eine starre Sensorsteuerung machten präzise Angriffe fast unmöglich. Hinzu kamen mechanische Defekte – im 14. Regiment der ukrainischen Streitkräfte starteten nur 25 Prozent der Drohnen erfolgreich, weil die Katapultvorrichtung versagte und wichtige KI-Komponenten fehlten. In Frontnähe störten russische elektronische Gegenmaßnahmen die Kommunikation massiv, was die Drohnen praktisch blind machte.
Ein Bericht der „Welt“ und Bloomberg legt die Mängel offen: „Die Probleme der niedrigen Genauigkeit hatten systemischen Charakter“, heißt es darin. Ukrainische Tester berichteten von wiederholten Ausfällen, die die Drohnen für den harten Einsatz an der Front ungeeignet machten. Daraufhin pausierte Kyjiw den Auftrag – ein Rückschlag für Helsing, das sich als Vorzeigeunternehmen der deutschen Drohnenbranche positioniert hatte.
Helsing weist die Kritik zurück: „Mindestens sechs Einheiten der ukrainischen Streitkräfte haben Anfragen für HX-2 gestellt“, erklärten Unternehmensvertreter gegenüber Journalisten. Man arbeite an Verbesserungen und sehe weiterhin großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit der Ukraine.Für die ukrainischen Streitkräfte ist der Fall ernüchternd: In einem Krieg, in dem Drohnen eine zentrale Rolle spielen, sind Zuverlässigkeit und Präzision entscheidend. Die HX-2 sollte eigentlich eine kostengünstige, hochpräzise Ergänzung zu westlicher Unterstützung sein – doch die Realität sieht anders aus. Experten sehen darin ein Warnsignal für andere europäische Rüstungsprojekte: Technik, die im Labor brilliert, muss sich erst im echten Krieg bewähren.
Ob Helsing die Mängel schnell beheben kann und ob die Ukraine den Auftrag wieder aufnimmt, bleibt offen. Für den Moment ist der Fall HX-2 ein Beispiel dafür, wie schnell große Versprechen in der harten Realität des Ukraine-Krieges scheitern können. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Drohne eine zweite Chance bekommt – oder ob sie als teure Lektion in die Geschichte eingeht.
INSERT_STEADY_NEWSLETTER_SIGNUP_HERE