Der 800-Milliarden-Dollar-Deal: Trump und Selenskyj planen historisches Abkommen in Davos

Während die Welt auf das Weltwirtschaftsforum blickt, könnte in den Schweizer Alpen Geschichte geschrieben werden. Berichten des Telegraph zufolge bereiten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump ein gewaltiges Investitions- und Sicherheitsabkommen vor.

Der 800-Milliarden-Dollar-Deal: Trump und Selenskyj planen historisches Abkommen in Davos

Davos/Kyjiw – Es ist ein diplomatisches Schachzug, der die Sprache des "Dealmakers" Donald Trump spricht: Anstatt auf reine Hilfszahlungen zu setzen, legt Kyjiw ein massives Geschäft auf den Tisch. Wie die britische Tageszeitung The Telegraph unter Berufung auf Insider berichtet, planen Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos ein Abkommen über "Wohlstand und den Wiederaufbau der Ukraine" im Wert von rund 800 Milliarden Dollar zu unterzeichnen.

​Davos statt Washington: Ein strategischer Schwenk

​Ursprünglich hatte der ukrainische Präsident geplant, direkt in der kommenden Woche ins Weiße Haus zu reisen, um den Deal zu finalisieren. Doch europäische Verbündete aus der sogenannten "Koalition der Willigen" intervenierten. Ihr Rat an Kyjiw: Überstürze nichts.

​Die europäischen Partner rieten Selenskyj, das prestigeträchtige Forum in Davos als neutraleren und symbolträchtigen Boden für dieses Treffen zu nutzen. Laut Regierungsbeamten war es das Ziel, dieses Treffen speziell für den Abschluss des Wirtschaftsabkommens zu nutzen – ein zentrales Kapitel im ukrainischen Vorschlag zur Beendigung des Krieges mit Russland.

​Die Logik der Europäer scheint aufzugehen: Man sieht im Moment eine Phase, in der Trump dazu neigt, ein Kriegsende zu Bedingungen zu unterstützen, die für Kyjiw vorteilhaft sind. Ein überhasteter Alleingang im Weißen Haus könnte diese Dynamik stören.

​Rohstoffe gegen Sicherheitsgarantien

​Der Kern des geplanten Abkommens ist pragmatisch und brutal ehrlich. Der "Wohlstandsplan" zielt darauf ab, über einen Zeitraum von zehn Jahren Investitionen in Höhe von 800 Milliarden Dollar zu mobilisieren. Kyjiws Kalkül ist dabei simpel: Wenn amerikanische Unternehmen – und damit auch die US-Wirtschaft unter Trump – direkt am Wiederaufbau und den Profiten beteiligt sind, hat Washington ein greifbares Interesse an der Sicherheit der Ukraine.

​Das Abkommen baut auf einer bereits im Vorjahr unterzeichneten Vereinbarung über kritische Mineralien auf. Diese gewährt US-Investoren bevorzugten Zugang zu ukrainischen Bergbauprojekten – ein Sektor, der für die globale Technologie- und Rüstungsindustrie von entscheidender Bedeutung ist.

​Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter für den Frieden, spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Von europäischen Diplomaten einst skeptisch beäugt und teilweise pro-russischer Ansichten verdächtigt, wird er nun als "gewandelter Mann" beschrieben. Witkoff habe das Wirtschaftsabkommen als essenziellen Teil des Waffenstillstandspakets begrüßt, an dem er seit Monaten arbeitet.

​Die offene Sicherheitsfrage

​Während der wirtschaftliche Teil des Deals in Davos unterzeichnet werden soll, bleibt die militärische Komponente komplex. Unklar ist laut Telegraph, ob in der Schweiz auch der Weg für internationale "Sicherungstruppen" (Enforcement Forces) geebnet wird. Hier sind vor allem Großbritannien und Frankreich im Gespräch, die eine führende Rolle bei der Überwachung eines potenziellen Waffenstillstands übernehmen könnten.

​Die Stimmung zwischen Washington, den europäischen Hauptstädten und Kyjiw hat sich spürbar verbessert. Doch trotz der optimistischen Signale aus dem Westen bleibt eine große Unbekannte: Wladimir Putin. Insider warnen, dass trotz aller westlichen "Deals" die Bereitschaft des Kremls, die Invasion tatsächlich zu stoppen, keineswegs sicher ist.

​Fazit

​Sollte die Unterschrift in Davos erfolgen, wäre dies ein Paradigmenwechsel in der westlichen Ukraine-Hilfe. Weg von reinen "Geschenken", hin zu knallharten Investitionen. Für Selenskyj ist es der Versuch, die Sicherheit seines Landes nicht nur an moralische Appelle, sondern an die Bilanzen amerikanischer Konzerne zu binden – eine Sprache, die Donald Trump zweifellos versteht.