Alarmierende Prognose: Russland könnte NATO schneller angreifen als erwartet
Während der Krieg in der Ukraine weiter tobt, richten Militäranalysten den Blick bereits auf das nächste mögliche Szenario.
Ein neuer Bericht des renommierten Institute for the Study of War (ISW) warnt: Der Kreml könnte seine militärischen Kapazitäten schneller wiederherstellen als bisher im Westen angenommen – und damit zur direkten Gefahr für die NATO werden.
Die Warnung ist deutlich: Sollte es in der Ukraine zu einem Waffenstillstand kommen, könnte dies paradoxerweise die Sicherheitslage für das westliche Bündnis verschärfen. Laut den Analysten des ISW würde ein Einfrieren des Konflikts russische Truppen binden, die dann für eine umfassende Reorganisation und Aufrüstung frei würden. Das Ergebnis: Russland könnte früher als prognostiziert wieder in der Lage sein, eine ernsthafte konventionelle Bedrohung für die NATO-Ostflanke darzustellen.
Deutschland im Fadenkreuz der „Phase Null“
Besonders brisant sind die Hinweise auf interne Einschätzungen des deutschen Militärs, auf die sich das ISW bezieht. Demnach beobachtet Berlin bereits jetzt eine Intensivierung verdeckter russischer Operationen gegen deutsche Infrastruktur. Diese Angriffe seien kein Zufall, sondern Teil einer strategischen Vorbereitung – der sogenannten „Phase Null“.
In der Militärdoktrin beschreibt diese Phase das Schaffen von informativen und psychologischen Voraussetzungen für einen künftigen Konflikt. Deutschland gerät dabei aufgrund seiner geographischen und logistischen Schlüsselrolle ins Visier: Als Drehscheibe für Truppenverlegungen und Nachschub wäre die Bundesrepublik im Ernstfall ein primäres Ziel.
Die Strategie der Nadelstiche
Der Bericht zeichnet ein düsteres Bild der russischen Vorbereitungen:
- Sabotage & Cyberwar: Gezielte Angriffe auf Energie- und Verteidigungsinfrastruktur sollen die Reaktionsfähigkeit des Westens testen und schwächen.
- Zeitplan bis 2029: Selbst wenn der Krieg in der Ukraine in seiner jetzigen Intensität andauert, könnte Moskau bis spätestens 2029 über die nötigen strategischen Optionen verfügen, um den Druck auf die NATO massiv zu erhöhen.
- Prioritäres Ziel: Nach einem potentiellen offenen Angriff auf die NATO-Ostflanke würde Deutschland wohl sofort als vorrangiges Ziel für weitreichende Raketen- und Drohnenangriffe betrachtet werden, um den Nachschub an die Front zu unterbinden.
Keine Zeit für Entwarnung
Die Analyse des ISW macht deutlich, dass der aktuelle Konflikt nicht isoliert betrachtet werden kann. Die hybride Kriegsführung – bestehend aus Desinformation, Cyberangriffen und physischer Sabotage – läuft bereits auf Hochtouren. Für den Westen bedeutet dies, dass die Zeitfenster zur Stärkung der eigenen Verteidigung möglicherweise enger sind, als es optimistische Prognosen bisher vermuten ließen. Ein Waffenstillstand in der Ukraine, so die bittere Ironie, könnte für die NATO nicht Entspannung, sondern den Startschuss für eine beschleunigte Aufrüstungsspirale bedeuten.