Absage aus Rom: Italien zieht rote Linie bei Friedensmission

Während in Europa die Diskussionen über handfeste Sicherheitsgarantien für die Ukraine an Fahrt aufnehmen, hat Rom nun eine klare Grenze gezogen.

Absage aus Rom: Italien zieht rote Linie bei Friedensmission
Foto: aitac / Unsplash

Italien wird sich nicht mit Bodentruppen an einer möglichen Friedensmission beteiligen. Dies bekräftigte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nach dem entscheidenden Gipfeltreffen in Paris.

​In einer Zeit, in der sich die sogenannte „Koalition der Willigen“ in Paris versammelt, um die Konturen einer Nachkriegsordnung und Sicherheitsarchitektur für die Ukraine zu zeichnen, sorgt eine Meldung aus Rom für Aufsehen. Italien, ein zentraler Partner im westlichen Bündnis, hat offiziell erklärt, keine Soldaten in die Ukraine zu entsenden – weder als Teil zukünftiger Sicherheitsgarantien noch im Rahmen einer multinationalen Friedenstruppe.

​Melonis klare Absage

Wie die italienische Regierung am Mittwoch, den 7. Januar 2026, in einer offiziellen Erklärung bekannt gab, unterstützt Rom zwar nachdrücklich die Sicherheit der Ukraine, beharrt jedoch auf seinen „festen Standpunkten“. Der entscheidende Punkt dabei: Ein Ausschluss der Entsendung italienischer Truppen in das Kriegsgebiet.

​Die Erklärung folgte auf das Treffen der Koalition in Paris, bei dem verschiedene westliche Partner ihre Rollen für eine Zeit nach einem möglichen Waffenstillstand abstimmten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterstrich dabei den „freiwilligen Charakter“ der Beteiligung an solchen multinationalen Streitkräften. Für Italien sei die direkte militärische Präsenz vor Ort – „Boots on the Ground“ – verfassungsrechtlich und politisch derzeit keine Option.

​Ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Die italienische Zurückhaltung steht im interessanten Kontrast zu den offensiveren Plänen anderer europäischer Großmächte. Die Dynamik innerhalb der europäischen NATO-Partner zeigt sich zunehmend diversifiziert:

  • Frankreich: Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor die Bereitschaft signalisiert, nach einem Waffenstillstand „Tausende französischer Soldaten“ zur Friedenssicherung in die Ukraine zu entsenden.
  • Großbritannien: Premierminister Keir Starmer plant gemeinsam mit Frankreich den Aufbau militärischer Zentren und Schutzanlagen in der Ukraine, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes langfristig zu sichern.
  • Türkei: Ankara hat sich bereit erklärt, Verantwortung für die maritime Sicherheit zu übernehmen – eine Schlüsselrolle im Schwarzen Meer.
  • USA: Die Vereinigten Staaten sollen, so die Berichte, eine führende Rolle bei der Überwachung eines Waffenstillstandsabkommens einnehmen.

Italiens Position verdeutlicht die Komplexität der westlichen Sicherheitsgarantien. Während militärische und finanzielle Unterstützung weiterhin fließen, bleibt die Frage der physischen Präsenz von NATO-Soldaten in der Ukraine ein heikles Thema, bei dem jeder Staat seinen eigenen Weg sucht. Für die Ukraine bedeutet dies, dass ein zukünftiges Sicherheitsnetz ein Flickenteppich aus verschiedenen bilateralen und multilateralen Zusagen sein wird – mit französischen Soldaten am Boden, türkischen Schiffen im Meer und italienischer Unterstützung aus der Distanz.