1,8 Millionen Opfer bis zum Frühjahr: US-Thinktank enthüllt das wahre Ausmaß des Blutvergießens in der Ukraine

Der Krieg in der Ukraine steuert auf eine düstere Marke zu.

1,8 Millionen Opfer bis zum Frühjahr: US-Thinktank enthüllt das wahre Ausmaß des Blutvergießens in der Ukraine
Foto: Ukrinform

Eine neue Analyse aus Washington zeichnet das Bild einer beispiellosen Abnutzungsschlacht, die in ihrer Intensität seit dem Zweiten Weltkrieg keine Parallelen kennt. Die Zahlen sind erschütternd: Fast zwei Millionen Menschen könnten bis zum Frühjahr als gefallen, verwundet oder vermisst gelten.

​Das renommierte Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington hat am Dienstag seine neueste Bilanz des Krieges vorgelegt. Gestützt auf Einschätzungen der US-amerikanischen und britischen Regierungen, brechen die Analysten das Schweigen über die wahren Kosten der russischen Invasion.

​Die Bilanz des Schreckens

​Laut dem Bericht belaufen sich die Gesamtverluste beider Seiten auf fast 1,8 Millionen Soldaten. Die Aufschlüsselung zeigt dabei ein deutliches Ungleichgewicht, aber auch immense Opfer auf beiden Seiten:

  • Russland: Etwa 1,2 Millionen Soldaten sind gefallen, wurden verwundet oder gelten als vermisst.
  • Ukraine: Auf ukrainischer Seite beziffert der Bericht die Verluste auf rund 600.000 Mann.

​Besonders drastisch ist die russische Verlustrate. Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 sollen rund 325.000 russische Soldaten gefallen sein. „Keine Großmacht hat seit dem Zweiten Weltkrieg solche Verluste oder Opferzahlen hinnehmen müssen“, heißt es in der Studie. Allein im Jahr 2025 verlor Moskau durchschnittlich 35.000 Mann pro Monat (Tote und Verwundete).

​Meter um Meter im Tausch gegen Leben

​Trotz dieser enormen Opferzahlen sind die strategischen Gewinne Moskaus minimal. Die Analyse zeigt, dass die russische Armee oft nur 15 bis 70 Meter pro Tag vorrückt.

Seit Januar 2024 konnte Russland lediglich 1,5 % des ukrainischen Territoriums zusätzlich erobern; insgesamt hält es etwa 20 % des Landes besetzt.

​Die Taktik hat sich dabei gewandelt: Statt auf massive Panzerverbände setzt Russland nun vermehrt auf kleine Infanterietrupps – oft auf Motorrädern oder zu Fuß –, um der allgegenwärtigen Drohnenüberwachung zu entgehen. Doch auch die ukrainischen Verteidiger passen sich an und suchen im Schnee nach Reifenspuren und Fußabdrucken, um die Invasoren aufzuspüren.

​Diplomatie vor dem Hintergrund der Gräber

​Die Veröffentlichung dieser Zahlen fällt in eine Zeit vorsichtiger diplomatischer Bewegung. Nach einem ersten, überraschend positiven Treffen zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten, plant man bereits Folgetermine. Doch die Realität an der Front bleibt brutal: Während man am Verhandlungstisch spricht, steigt die Zahl der Toten täglich weiter an.

​Der Bericht des CSIS ist eine ernüchternde Mahnung. Er zeigt, dass der Kreml bereit ist, eine ganze Generation in einem Krieg zu opfern, der militärisch kaum noch signifikante Landgewinne abwirft, sondern zu einem reinen Abnutzungskampf verkommen ist.